es nicht gerade verbrannt ist oder ungeschickt pehandelt wird(vergl. Progr. 1885, S. 17— 23), so formen,. wie es dem Schmiede beliebt. Liest man also in der Aiasstelle 8aανν so würde an und für sich nichts dagegen einzuwenden sein, wenn SnXb Sy» übersetzt werden soll„ich bin geschmeidig und biegsam geworden“. Anders steht es aber bei der Lesart 8a, weil hier das erkaltete Metall gemeint sein würde. Nun kann Eisen(und Stahl) so beschaffen sein, dals es sich auch in kaltem Zustande biegen und nach den Richtungen der Länge und Breite ausdehnen oder ausrecken lälst, aber diese Biegsamkeit und Geschmeidigkeit wird nicht durch Eintauchen des glühenden Metalles in irgend eine Flüssigkeit bewirkt. Was die Plastizität anlangt, d. i. die Eigenschaft eines Körpers, die durch eine Krafteinwirkung ver- schobenen Teile in die frühere Lage zurückzutreiben, so zeigt der Stahl diese nur in kaltem Zustande und er muls dabei hart sein. Bis zu einem gewissen Grade ist freilich wie jeder Körper so auch weiches Eisen elastisch, aber dieser Grad ist ein so geringer, dafs wir ihn im gewöhnlichen Leben nicht zu beachten pflegen. Giebt man dem Schmiedeeisen eine stärkere Formveränderung, so pleibt es dauernd verbogen, es ist unelastisch. Demnach sind Weichheit und Plastizität beim Eisen Begriffe, die einander ausschliefsen. Da nun die 3a†ρ den Stahl härtet und nur harter Stahl in hohem Grade elastisch ist, so würde vom technischen Standpunkte aus kein Bedenken vorliegen, wenn SnXb„Syy mit „ich bin elastisch geworden“ übersetzt werden könnte. Allein zunächst wohnt dem Stahle die Flastizität nicht zugleich mit der Härte bei; es giebt harten Stahl, der unelastisch ist. Sodann habe ich im Progr. 1885 S. 10 ff. unter Widerlegung einer Erklärung Schölls darauf hingewiesen, daſs der Begriff „eélastisch“ von den Griechen niemals durch Sfxlve, sondern stets durch andere Adjektiva bezeichnet worden ist. Zudem kann die Bedeutung von Srlννε Saæw an unserer Stelle gar nicht zweifelhaft sein.
SnAüvewy heilst weiblich, weibisch machen, jemandem die Eigenschaften eines Weibes geben, Snbuveo Saho diese Eigenschaften annehmen. In Bezug auf das Gemüt bedeutet dies für milde, sanfte, weiche Gefühle empfänglich, ihren Einwirkungen zugänglich werden. Irenaeus Referendarius braucht das Wort(Epi- grammatum Anthologia graeca V 251, 6, Dübner) in der Anrede an eine stolze Schöne: ³eƷηιάό.* νραόας Tανινενοοσ eνιααεν ⁶e οεοεmπάς Sυμηιν˙ ππσ, 005:8 1⁴οσαισνοιιν. Nondum mollis facta es, ne deflorescens duidem. In ähnlicher Weise sagt Paulus Silentiarius(a. a. O. V 300, 5) von einem Manne, der seinen Trotz preisgiebt und sich zu unmännlichem Flehen und Klagen erniedrigt: 2ε 5“ n Hεeꝓν νπκέιαοσ πηεέ☚ςι OnAbverao lero. Auch bei Nonnus Dionys. 12, 214: elg 2ν eic ε σααμοο εεπιαμηνmννι Liνα Moiong und bei Marcus Argent. in Anthologia Pal. X 4 steht das Verbum im übertragenen Sinne. An unserer Stelle wird seine Bedeutung aus den folgenden Worten des Aias klar, in denen er sagt, es thue ihm leid, sein Weib als Witwe und seinen Sohn als Waise bei den Feinden zurückzulassen. Das Mitleid
also, für das er vorher unzugänglich schien, hat inzwischen seinen harten Sinn gebeugt und ihn— das will er wenigstens glauben machen— bestimmt auf seinen früheren Entschluls zu verzichten. Somit
erklärt der Held, allerdings unter dem Vorbehalte der durch das zugefügte πα bewirkten Ein- schränkung, dals er dem Flehen seines Weibes in V. 594 x% SeGv Kaν⁴oοσαmν endlich nach- gegeben habe. Er hätte statt SXS„» ebenso gut uαααννν sagen können, doch wollte er vermutlich noch andeuten, dals in der ihn beherrschenden Regung des Mitleides eine Schwäche, eine Unmännlichkeit sich verrate.(Vergl. Trachin. 1075.) Ubersetzt man nun SrX1„Syv durch„ich bin weich geworden“, so palst dies auch vortrefflich zu dem Bilde des durch des Feuers Glut erweichten Eisens. In dieser Hinsicht heiſst SnAbvety genau dasselbe, was an zahllosen anderen Stellen durch die Ausdrücke uMX 6dσιοων, αemλνααην νεονν μιωαμαραα ν oder 1l˙εαᷣχσ mπαοοειιν, τ ε u. a. als die Wirkung des Feuers auf den ιισνισοοα bezeichnet wird. Dafür ist das Beispiel, welches ich aus des Stoikers Herakleitos AAAnropic Ʒuniei c. 69(in Fleckeisens Jahrbb. 1887 S. 459) beigebracht habe, ein völlig durch- schlagendes: rô 7να πανι, Ar lHα ο⁸ενρ Aα ‿2.α‿αςα e ε ς 1εreldngos, euνονιπ rhy xεlνον σσεεοενπα Xver. Hier ist dasselbe Verbum verwendet, das in der Aiasstelle vorliegt. 3


