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und dem Metalle ein ganz besonders hoher Grad von Härte verliehen. So und nur so hat das ganze Altertum— die Scholiasten können hierbei nicht in Betracht kommen— den Hergang aufgefalst und, durchaus der Wirklichkeit gemäſs, in der mannigfaltigsten Weise verwertet. Und nun soll an der einzigen Aiasstelle das Wort 3⸗́ einen dem allgemein üblichen völlig entgegen- gesetzten Sinn haben, und zwar einen solchen, der in jeder athenischen Schmiedewerkstätte als hand- greiflicher Unsinn erkannt werden muſste? Und diesen Sinn soll ihm Sophokles beigelegt haben, von dem Schlenger selbst betont, dals er„als Sohn eines aαemιοσσοιε aus Beobachtung das Verfahren sicher ganz gut kannte“? Schlenger denkt freilich bei diesen Worten nur an das ölbad. Allein wohin es führen muſs, wenn man der 8acy ein Eintauchen in siedendes 61 ohne weiteres unterlegen will, mögen ein paar Vergleiche ähnlicher Art veranschaulichen. Es ist eine bekannte Sache, dals fast alle Körper bei der Erwärmung sich ausdehnen und durch die Kälte sich zusammenziehen; so auch das Wasser. Bei diesem zeigt sich aber insoweit eine Abweichung von dem Gesetze, als es sich bei der Erwärmung von 00— 40 nicht ausdehnt, sondern zusammenzieht, während es von 40— 100⁰ der allgemeinen Regel folgt. Wenn nun jemand sich des Vergleiches bedienen wollte„Mein Herz zieht sich zusammen, wie Wasser bei steigender Wärme,“ so würde auch Herr Schlenger darüber erstaunt sein. Und doch könnte ein in seiner Weise verfahrender Erklärer das Ding schon in Ordnung bringen, indem er zu den Worten„bei steigender Wärme“ ganz einfach hinzuergänzen lieſse:„bei einer von 00— 40 steigenden Wärme“! Ein anderes Beispiel: Die meisten Speisen werden weicher, je länger sie kochen. Also ist der Vergleich„Sein Sinn wird weich wie die Speisen im Kochtopfe“, zwar nicht gerade fein. aber doch sachlich richtig. Wer indessen das siedende 61 in die Aiasstelle bringen kann, muſs auch den Vergleich gelten lassen„Sein Sinn wird hart wie die Speisen im Kochtopfe.“ Denn man braucht ja nur an Eier zu denken, die auch zu den Speisen gehören und doch immer härter werden, je länger sie im siedenden Wasser bleiben. Genug hiervon! Wenn Herr Schlenger ausruft:„Die Lesart 3ασν steht felsenfest und die Notwendigkeit der Bezichung auf das ebenso feststehende eSnAbySny nicht minder,“ so wird allmählich jedem einleuchten, dals der Felsen in bedenklicher Weise erschüttert ist.—
Indes soll hier nicht verschwiegen werden, dafs Schlenger noch einen letzten Versuch macht, meine Auffassung zu widerlegen. Im Interesse der Sache wollen wir diesem gleichfalls nachgehen, wenn schon uns dabei das unglückliche élbad leider noch ferner begleiten wird. Schlenger glaubt nämlich, das 61 habe dazu gedient, die Elastizität des Stahles zu erzielen. Ich erwähnte oben(S. 7), daſs er meine Übersetzung von OnAveo Dar tadelt und meint, das Zeitwort bedeute nicht„weich werden“, sondern „biegsam, geschmeidig werden“. Gleich darauf schlielst er sich aber dem Scholiasten an und braucht den Ausdruck„weich und geschmeidig“. Nachher redet er ohne Bedenken von der„gröſsten Weichheit“ des Stahles und endlich hält er alles dies, so scheint es wenigstens, mit Elastizität für ein und dasfelbe. Die Begriffe fliefsen ihm eben völlig durcheinander. Derselbe Fehler begegnet uns auch in den Aus- legungen früherer Erklärer, wie ich im Progr. v. 1885 S. 10 u. 12 dargethan habe. Indem ich auf das dort Gesagte verweise, will ich hier nur ergänzend bemerken, daſs in der Anwendung auf das Eisen die Begriffe ‚weich“, ‚biegsam' und ‚geschmeidig’ sich zwar nicht decken, aber doch nahe verwandt sind, daſs dagegen Weichheit und Elastizität nichts mit einander gemein haben. Ist das Eisen in glühendem Zustande, so kann man von ihm sagen, dals es weich, biegsam und geschmeidig sei. Dals es weich ist, d. h. dafs es Eindrücken leicht nachgiebt und seine Teilchen sich verschieben lassen, sowie dafs es sich biegen läfst, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Das Wort ‚geschmeidig“ hängt mit schmieden zusammen und bezeichnet in seiner Grundbedeutung ‚leicht mit dem Hammer zu bearbeiten“.(S. die deutschen Wörterbücher von Weigand und von M. Heyne u. d. W.) So findet es sich schon im Mittelhochdeutschen. (Vergl. Biterolf und Dietleib 2144— 2149: der iunge starke degen guot vant ein gewaefen riche.. und einen helm wol geslagen von gesmidigem stale.) Ist Eisen(und Stahl) glühend, so läfst es sich, wenn


