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Weichheit“ gebracht worden. Somit ist es ungenau, wenn Schlenger die beim Anlassen stattfindende Härteverminderung ohne weiteres als Erweichung betrachtet. Indes gestatten wir ihm dies einmal und nehmen an, daſs an unserer Stelle das durch Benutzung von siedendem õle vollzogene Anlassen gemeint sei; wie gestaltet sich demgemäls der vorliegende Vergleich? Aias würde sagen:„Ich bin durch meines Weibes Zusprache weich geworden, wie zuvor durch Glühen und darauffolgendes Ab- löschen(3sl) gehärteter¹) Stahl dadurch wieder weicher wird, dals er eine zeitlang in siedendes 61(nach Schlenger noch genauer: in siedendes Leinöl!) getaucht(oder vielmehr: darin gekocht) wird“! Wer glauben mag, daſs dies alles durch die Worte 3 s 1ꝓο S XbvSny ausgedrückt werden konnte, den beneide ich um seine Phantasie. Wenn Sophokles einen derartigen Vergleich seinen Zuhörern bieten wollte, so mulste er— von allem andern abgesehen— das Wort 8a†ꝓ in einem Sinne nehmen, der dem Sprachgebrauche schnurstracks zuwiderlief. Allerdings thut Herr Schlenger des Sprachgebrauches nicht die geringste Erwähnung; er scheint die Wichtigkeit dieses Momentes gar nicht zu kennen.
Nun habe ich aber schon im Progr. v. 1885 nachdrücklich darauf hingewiesen, was 8ε Q (und 8†ρσ), sofern es nicht ‚färben“ heifst, in technischer Hinsicht bedeutet. Ein Schwanken des Sinnes tritt uns in den Schriften der Alten, wenn wir die uns beschäftigende Stelle aufser acht lassen, nirgendwo entgegen; vielmehr ist in der Verbindung mit ονeάοα überall die Härtung des Stahles gemeint. Zahlreiche Belege habe ich dafür beigebracht; weitere stehen zur Verfügung. Hier möge eine kurze Besprechung nur noch einer Stelle zu teil werden, die besonders anziehend ist.
Unter den Anakreontischen Liedern findet sich eine kleine Dichtung(Poet. lyr. gr. Bergk III 4⁰, S. 313, 27, A.), welche uns in die Werkstatt des Hephaistos auf der Insel Lemnos führt, wo der Gott den Eroten die Pfeile macht:
6 dng o us KuSügne ⁴αο Anμυννεια 2αιρμενος rꝙ An T EO6‿νν
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πε ⁴αααν σνοο. Darauf erfahren wir, dals auch Aphrodite an der Herstellung sich beteiligt:
Axldas Banrre Köngts ud*³α τ ννκνν 1Alονσα, 6 EP το Ʒενμαιιι σέν ⁷.
Es ist ein anmutiges Bildchen. Die ganze Schmiedefamilie steht an der Feueresse. Der Vater schmiedet die kleinen Waffen aus Stahl. Die Mutter nimmt die wieder glühend gemachten Pfeile und härtet ihre Spitzen in süſsem Honig, welchen ihr Sohn Eros, der böse Schalk, mit Galle mischt. Man
*) Dieser Zusatz mufs notwendiger Weise mit hinzugedacht werden, weil man nicht etwa den Stahl über- haupt, sondern nur den vorher zu sehr gehärteten Stahl der Operation des Anlassens unterzieht.
²) Die Richtigkeit der Überlieferung der ganzen Stelle wird in der vierten Auflage von Bergks Ausgabe der Poetae lyrici angefochten. Der Herausgeber bezeichnet den Hiatus òo d⁷o als unerträglich und hält es für wahrscheinlich, dafs nach dem vierten Verse etwas ausgefallen sei. Er empfiehlt statt ò(dvνν) ör zu schreiben und nach 070„: 80% 2H⁴ιτι oεμειοιςα einzuschieben. Meine Erklärung wird einleuchtend machen, dafs der Gedanke verfehlt ist. Noch unglücklicher freilich ist die Bemerkung, mit der Bergk gegen das« 80% selbst einwendet, dafs eigentlich statt des Wassers die Erwähnung des Feuers passender sein würde. Er bezieht sich dabei auf eine Stelle des Moschos(I 29), die ein ganz anderes Bild gewährt und gar nicht hierher gehört. Im sechsten Verse erscheint verdächtig, dafs lνν mit verlängerter letzter Silbe gebraucht ist. Hermann will daher ändern: ει Q,³Q*( οισα, Moebius u³ιτιο ιπQ 0DΠ₈ß)eoσσά Mehlhorn uEεοο‿ ν‿νμον ⁷‿⁊mοdα. Bergk uεέ 170 pIurν§½⁴αάσα. Alle Besserungsvorschläge, die man gemacht hat, verschlechtern nur den Text, der nicht anzutasten ist. Das Lied gehört einer späten Zeit an, in der Verstöfse gegen Prosodie und Metrik nicht selten waren.


