die Wirkungen, welche die Anwendung des ôles auf Eisen- und Stahlwerkzeuge haben soll, und findet darin die für den Begriff der 32cf geradezu bezeichnenden. Dabei beschreibt er das Herstellungsver- fahren der Damaszenerklingen; das geschieht aber in einer teils so unklaren, teils an solchen Unrichtig- keiten und inneren Widersprüchen leidenden Weise, dals es sehr viel Raum beanspruchen würde, wollte ich den ganzen Wirrwarr auseinanderlegen. Ich muls darauf für den Augenblick verzichten und kann Herrn Schlenger nur anheimgeben in der betreffenden Litteratur, insbesondere in dem sehr lesenswerten, schon oben erwähnten Werke von Dr. Beck„Die Geschichte des Eisens“ sich über den Gegenstand Rats zu erholen. Nur an einem Punkte darf ich nicht ohne weiteres vorbeigehen. Schlenger behauptet, der Stahl der elastischen Damaszenerklingen enthalte eine sehr bedeutende Menge Kohlenstoff,„mehr(?) als man ihm bis jetzt in Europa zu geben im stande war“; nun sei aber gerade im le eine auſserordentlich reiche Menge von Kohlenstoff, welcher sich„durch das Eintauchen des glühenden(!) oder heiſsen Eisens oder Stahles in dasfelbe zum Teil mit diesem verbinden(?) dürfte und das in um so höherem Malse, wenn es bei wieder- holtem Eintauchen öfter geschieht“. Auf diese Weise wird nach Schlenger bei der Herstellung von Damaszenerklingen der Gehalt an chemisch gebundenem Kohlenstoff und damit(!) an Festigkeit und Ge- schmeidigkeit(!¹) vermehrt. Sind zunächst einzelne Eisen- oder Stahldrähte so bearbeitet, so werden die- selben unter Fortsetzung des nämlichen Verfahrens zusammengeschweiſst, worauf die Ausschmiedung des Ganzen erfolgt. So wird es klar,„wie man dazu kam, das Verfahren als Gaαρα zu bezeichnen, und wie: dieses Wort selbst geradezu zu der Bedeutung von Schneide mit dem Nebenbegriff der Widerstandsfähigkeit gekommen ist“. Hier sägt Schlenger mit eigener Hand den Ast ab, auf dem er sitzt. Offenbar ist es ihm unbekannt, dals der Stahl, je mehr Kohlenstoffgehalt er annimmt, desto härter und spröder wird, und dals man ihn dann immer weniger schweiſsen und schmieden kann. Roheisen, das be- kanntlich am meisten Kohlenstoff enthält(2— 6%), ist gar nicht schmiedbar. Und nun soll die 8—i trotz dieser Thatsache die Wirkung üben, dals œνσιιοο Snνυera? Man mag das Verbum mit ‚weich“ oder mit ‚geschmeidig und biegsam’ oder mit ‚weich und geschmeidig werden’ übersetzen, ver- mittelst der Sac im Schlengerschen Sinne sind diese Eigenschaften niemals zu erzielen. Von der Hervorbringung der Plastizität, die das öl gleichfalls bewirken soll, wird nachher die Rede Sein. Daſs Schlenger das Unglück begegnet ist sich selbst zu widerlegen, bedaure ich von Herzen, wenngleich es nicht auffallend sein kann. Er bekennt ja S. 4 ganz freimütig, dals er von der technischen Seite der Untersuchung„nichts oder nur wenig verstehe“. Warum er es freilich für zweckmäſsig befunden hat, dies durch so ausführliche Darlegungen noch zu erweisen, vermag ich nicht zu sagen.
Zu meiner Freude darf ich aber jetzt berichten, dals er im Anschluls an den besprochenen Er- klärungsversuch einen zweiten Weg einschlägt, der zwar für die Deutung unserer Stelle gleichfalls unbrauchbar ist, aber doch— von einzelnen auch hier vorkommenden Milsgeschicken abgesehen— wenigstens in technischer Hinsicht gangbar erscheint. Er nimmt nämlich Bellermanns Erklärung wieder auf, giebt ihr aber eine richtigere Grundlage, indem er an das Eintauchen des erkalteten Metalls in siedendes él denkt. Ich hatte im Programm 1885 S. 18 den Zweck des Anlassens angegeben, die Operation beschrieben und die bei mälſsiger Erwärmung des vorher zu sehr gehärteten Stahles sich zeigenden sog. Anlauffarben mitgeteilt. Dem hatte ich in Fleckeisens Jahrbb. 1887 S. 192 zugefügt. daſs man die Erwärmung auf ganz verschiedene Art bewirken könne, z. B. auch dadurch, daſs man den Stahl mit l bestreiche, das man dann„abflammen“ lasse. Schlenger glaubt, ich sei hier der Sache sehr nahe gewesen. Er knüpft daran an, daſs nach meinen Angaben die Härteabnahme des anzulassenden Stahles bei der schwarzblauen Farbe mit 316°C. am weitesten vorgeschritten sei, und meint, ich hätte nur noch den Hitzegrad des siedenden éles in Betracht ziehen sollen, um zu finden, dals es„ein besseres und zuverlässigeres Verfahren als das Eintauchen in siedendes öl für eben dieses Anlassen nicht geben könne“, da der Siedepunkt des Leinöls gleichfalls 316° C. betrage.


