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immer weiter ſeine mächtigen Aeſte reckt und der, wenn er ausgewachſen, auf ſeinen Wipfeln die Krone des geſammten durch die Hohenzollern geeinten Deutſchlands tragen wird. Es iſt der Baum, unter deſſen Schatten zu ruhen die edelſten deutſchen Herzen ſeit Jahrhunderten mit Sehnſucht verlangt haben.
Und ſo wende ich mich an Euch, geliebte Schüler, ihr jungen Sproſſen des edleu Frankenſtammes, ihr Söhne eines Landes, das ein Edelſtein in Preußens Krone, die ſchönſte Pro vinz des Reiches zu heißen verdient. Eure Väter haben ſich zu allen Zeiten durch Achtung vor Geſetz und Recht, durch Gehorſam gegen die von Gott geſetzte Obeigkeit, durch treue Verehrung und Liebe des Landesherrn ausgezeichnet. Zeigt Euch ihrer werth, ſchließt an das Vaterland Euch an, ehret und liebet ſtets Euren König und das Königliche Haus!
Sie aber, hochverehrte Feſtgenoſſen, ſtimmen gewiß mit mir in dem Wunſche über⸗ ein, daß es dem Fürſten, in deſſen Hand die Vorſehung die Geſchicke unſeres Landes legte, vergönnt ſein möge, das große Werk zum guten Ziele zu leiten, welches er bisher ſo glücklich geführt hat, damit auf dem Wege friedlicher Entwickelung ein Deutſchland erſtehe, frei, einig und ſtark, ein Trutz deu Feinden, ein Schutz ſeinen Bürgern. Das walte Gott! Er ſegne und erhalte den König!“
Ueber die diesjährige Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Königs, bei welcher Herr Breuer die Feſtrede hielt, berichten wir im nächſten Programme.
Zu Oſtern 1869 fand die Organiſation der Anſtalt als Progymnaſium ihren definitiven Abſchluß. Diejenigen Schüler, welche die Lücken ihrer Kenutniſſe in den gymnaſialen Disciplinen nicht ausgefüllt hatten,(etwa ⅛ der Geſammtzahl) mußten auf ihren Klaſſen verbleiben— eine Maßregel, die im Intereſſe der Anſtalt und in dem jedes einzelnen Schülers durchaus nothwendig war. Die Realabtheilungen der Quinta und Quarta gingen ein; dagegen errichteten wir neben der Gymnaſial⸗Sekunda eine Real⸗Sekunda, in der Hoffuung, daß den Realſchülern die Gunſt der vorgeſetzten Behoͤrden die Möglichkeit bieten werde, durch eine Abgangsprüfung die Berechtig ung zum einjährigen freiwilligen Militairdienſte zu erwerben. So beſtand die Schule und beſteht noch heute aus den Klaſſen Sexta, Quinta, Quarta, Gymnaſial⸗Tertia, Gymuaſial⸗Sekunda, Real⸗ Tertia und Real⸗Sekunda. Die beiden letzteren werden jedoch in dieſer Form eingehen, ſobald die jetzigen Schüler derſelben die Anſtalt verlaſſen haben. Das Lehrerkollegium erfuhr bei der Bildung der Sekunda eine Erweiterung durch die Herru Dr. Iltgen vom Gymnaſium zu Düſſel⸗ dorf und den Schulamts⸗Candidaten Dr. Krampe aus Münſter, welcher jedoch zu Michaelis 1869 in der Perſon des Herrn Dr. Wahle vom Gymnaſium zu Paderborn einen Nachfolger


