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ausgeſchloſſen ſein. Aber bei alledem vermag ich es nur freudig zu begrüßen, daß die ſtädtiſchen Behör⸗ den, von der Erkenntniß geleitet, es ſei für den Anfang bei den obwaltenden Umſtänden allein nach einer Seite hin das Heil zu finden, der gymnaſialen Richtung den Vorzug gegeben haben... Gar oft hört man freilich in unſern Tagen die Behauptung aufſtellen, das Gymnaſium und alſo auch das Progymnaſium, als die Vorſtufe zu jenem, befördere eine Ausbildung, die nicht für das Leben, ſondern ausſchließlich für beſondere Fachgelehrſamkeit tauge. Dem gegenüber möchte es heute nicht ungeeignet erſcheinen, die Nothwendigkeit und Bedeutung des deutſchen Gymnaſiums für das Leben durch eine Betrachtung ſeiner Ziele zu erweiſen.
Die nächſte Aufgabe jeder chriſtlichen Erziehung geht dahin, die Jugend zu gottesfürchtigen und geſitteten Menſchen und zu charakterfeſten Bürgern zu erziehen. Muß dieſen Grundſatz jeder gewiſſenhafte Lehrer beim Unterrichte ſtets im Auge behalten, ſo iſt doch vorzüglich der Religions⸗ unterricht zu ſolchem Zwecke in den Lehrplan des Gymunaſiums aufgenommen. Durch die An⸗ ordnung der hohen Unterrichts⸗Behörden hat unſere Schule den Charakter einer katholiſchen An⸗ ſtalt erhalten. Das ſoll nicht ſoviel heißen, als ob die Knaben anderer Bekenntuniſſe von uns zurückzuweiſen ſeien. Im Gegeutheil werden wir jeden Schüler, welcher Konfeſſion er auch an⸗ gehöre, mit derſelben Freude aufnehmen und ſeine Erziehung mit gebührendem Ernſt und der nöthigen Streuge und doch zugleich mit Liebe leiten. Aber erziehen und bilden wollen wir unſere Zöglinge, daß ſie feſt ſtehen in ihrem Glauben, rein bleiben in ihren Sitten, mit ihren der Kon⸗ feſſion nach von ihnen getrennten Brüdern in Eintracht und Frieden verkehren, und ſie auf die Bahn lenken, daß ſie in gereifterem Alter gemeinſam mit allen poſitiv gläubigen Chriſten Front machen gegen den in unſerer Zeit ſo gewaltig um ſich greifenden Materialismus und religiöſen Indifferentismus.....*
Hierauf erörterte Redner ein ferneres Moninent, deſſen Pflege dem Gymnaſium an⸗ heimfalle, das nationale.„dHier iſt es der Unterricht in der Geſchichte der Völker und vor Allen unſeres Volkes, der als mächtiges Bildungsmittel wirkt. Fern von jedem politiſchen Hader, fern von allen Parteibeſtrebungen, ſoll die Schule des Jünglings Vaterlandsliebe wecken und ſein Urtheil reifen, daß er durch die Betrachtung des Lebens der Nationen und durch die Geſchicke der Vergangenheit das Verſtändniß gewinne für die großen Fragen der Gegenwart und die bedeutenden noch bevorſtehenden Aufgaben unſeres Vaterlandes.“
Uebergehend zu dem dritten Bildungselemente des deutſchen Gymnaſiums, dem antik⸗ klaſſiſchen, bezeichnete der Vortragende das Latein und das Griechiſche als diejenigen Sprachen, die in Verbindung mit der Mathematik beſtimmt ſeien, dem Knaben den Stoff zu liefern, an dem er ſeinen Verſtand übe und ſchärfe. Sowie im griechiſchen Gymnaſium der Jüngling Kräftigung des Körpers und Elaſtizität der Glieder ſuchte, ſo ſollten unſere Knaben in der geiſtigen Uebungs⸗ ſchule ihre Anlagen und Geiſteskräfte entwickeln zu friſchem, freien, fröhlichen Gebrauche. Obwohl das Gymuaſium als Vorbereitungsanſtalt für die Univerſität gelte, ſo ſei doch der Gedanke fern⸗ zuhalten, daß es eine Fachſchule für dieſes oder jenes gelehrte Studium ſei.„Den Geiſt des Menſchen gewandt und geſchickt zu machen zu jeglicher Arbeit, daß er ſpäter, wenn


