Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Hieran ſchloß ſich die Antrittsrede des Unterzeichneten, von der ich dasjenige im Folgen⸗ den mittheile, was die Ziele der Schule für die Zukunft und ihr Verhältniß zur Vergangenheit kennzeichnet. Nach einigen einleitenden Bemerkungen über die Bedeutung des Tages ſowohl für die Stadt und Umgegend, als für mich ſelbſt und nach einer kurzen Beleuchtung der Geſchichte des höheren Schulweſens in Montabaur, ſchien es Pflicht, zunächſt dem Dirigenten der mit jenem Tage in das Progymnaſium übergeleiteten Realſchule Worte des Dankes zu ſprechen. Es waren etwa folgende:Sie, verehrter Herr Oberlehrer Bode, ſind ſeit der Eröffnung der bisherigen Anſtalt anfangs als Hauptlehrer, in den letzten Jahren als Dirigent derſelben, mit aufopferungsvoller Liebe für die Jugend dieſer Stadt, mit freudiger Hingebung an Ihren Beruf, mit deutſcher Treue und raſtloſem Fleiße thätig geweſen. Wenn die Schule heute noch beſteht, ſo verdankt ſie es haupt⸗ ſächlich Ihrer Zähigkeit, Ihrem Eifer und Ihren unabläſſigen Anſtrengungen. Dankbar fühlen dies Ihre Mitbürger, die Ihre Verdienſte nie vergeſſen werden. Und da Sie nunmehr nach einem halben Jahrhundert mühevoller Arbeit, einer Arbeit, wie ſie vollkommen nur der Schulmann zu würdigen im Stande iſt, in den erſehnten Ruheſtand treten, ſo wird für Sie das Bewußtſein deſſen, was Sie hier geſchaffen, ein ſüßer Lohn ſein und Sie in der Erinnerung über manche Bitterkeiten und manchen Verdruß hinwegſetzen, von denen kein Jugendlehrer verſchont bleibt. Niemand kann es aber tiefer und dankbarer empfinden, was wir Ihnen ſchulden, als gerade ich, deſſen Thätigkeit um ſoviel leichter wird, nachdem Ihre Arbeit den Boden bereitet, die Wege gebahnt, den Grund gelegt hat, auf welchem der Bau nun weiter geführt werden ſoll. Ich hoffe, Sie werden auch den weiteren Schickſalen der Anſtalt eine rege Theilnahme und ein freundſchaftliches Inte⸗ reſſe bewahren. Möge Gott Ihnen einen langen, zufriedenen Abend Ihres Lebens ſchenken.

Redner beſprach darauf die Hauptpunkte, in denen die neue Anſtalt rückſichtlich der Art der Bildung, die erſtrebt und der Art der Lehrthätigkeit, durch welche ſie erſtrebt werde, bei aller Ge⸗ meinſamkeit des Zieles, ſoweit es den Unterricht und die Erziehung der Jugend überhaupt be⸗ treffe, von der früheren Realſchule nicht unerheblich abweiche. Er fuhr fort:Es hat ſich nach langen Verhandlungen die überwiegende Mehrzahl der hieſigen Bewohner für das Progymnaſium ent⸗ ſchieden. Ich achte und ehre die Ueberzeugung der Männer, welche dem entgegen eine veränderte Fortführung der Realſchule etwa nach Maßgabe der höheren Bürgerſchule des preußiſchen Unter⸗ richtsweſens oder doch eine Verbindung der gymnaſialen und realen Richtung für wünſchenswerth und den hieſigen Verhältniſſen mehr entſprechend erachteten. Sicherlich haben auch dieſe Männer nur das Beſte für die Stadt und ihre Mitbürger im Auge gehabt und nach geviſſenhafter, ernſt⸗ licher Ueberlegung ihre Anſicht ausgeſprochen. Waren doch Alle in dem Gedanken einig, daß wieder eine Pflanzſtätte höherer Geiſtesbildung zu ſchaffen ſeiund daß den geſteigerten Anforderungen der im fortwährenden geiſtigen Fortſchritte begriffenen Zeit gegenüber die Schule in der ſeitherigen Weiſe nicht fortgeführt werden dürfe. Zwar verkenne ich durchaus nicht die große Bedeutung der realen Wiſſenſchaften, noch weniger unterſchätze ich die guten Seiten einer Anſtalt, an der beiden Zielen Genüge geſchieht, und es ſoll ja auch keineswegs für immer die Pflege der Realien am Progymnaſium