— 38—
aus dem zeitigen Bürgermeiſter, dem katholiſchen Pfarrer und dem zu ernennenden Rektor als ſtändigen und 4 von der Gemeinde auf 4 Jahre gewählten Vertretern als wechſelnden Mitgliedern zuſammengeſetzt ſein ſollte. Wegen Verleihung der beſonderen Rechte vollſtändiger Progymnaſien blieb die Beſchlußnahme des Miniſters bis nach einer außerordentlichen Reviſion ausgeſetzt, die er⸗ folgen könne, ſobald die Organiſation der Schute als Progymnaſium durchgeführt ſei.
Am 5. Juli 1868 wählte das Kuratorium, beſtehend aus den Herren Bürgermeiſter Wa⸗ terloo, Pfarr⸗Verwalter Stein, A. Bollentin, Jakob Flügel, W. F. Hisgen und J. B. Löhr zum Rektor des Progymnaſiums einſtimmig den Unterzeichneten, welcher bis dahin Lehrer der höheren Bürgerſchule und des Progymnaſiums zu Bochum war. Die Wahl iſt vom Herrn Mi⸗ niſter der geiſtlichen ꝛc. Angelegenheiten unter dem 26. Auguſt 1868 beſtätigt worden.
Durch den Eintritt des Berichterſtatters vervollſtändigt, ſchritt das Kuratorium am 10. September 1868 zur Wahl der übrigen Lehrer, welche die Genehmigung des inzwiſchen gebildeten Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums zu Caſſel fand. Die Ernannten waren: 1) Heinrich Breuer, ordentlicher Lehrer am Progymnaſium zu St. Wendel. 2) Anton Abt, Subregens des hieſigen biſchöflichen Conviktes. 3) J. P. Schmitz, Candidat des höheren Schulamts zu Trier. 4) Pfarrer Weckerling in Montabaur als evangeliſcher Religionslehrer. 5) Schulamts Candidat W. Kunſt aus Montabaur als kommiſſariſch angeſtellter Elementarlehrer. Von den früheren Lehrern war Herr Oberlehrer Bode, ſeit 1866 Dirigent der Realſchule, auf ſein Anſuchen von der Königlichen Re⸗ gierung zu Wiesbaden in den Ruheſtand verſetzt worden. Reallehrer Reichwein wurde proviſo⸗ riſch an der neuen Anſtalt belaſſen.
Am 4. October 1868 traf Herr Provinzial⸗Schulrath Dr. Rumpel aus Caſſel hier ein, um als Königlicher Kommiſſarius das Progymnaſium zu eröffnen. Zu dem Ende verſammelten ſich am Montag, den 5. Oct., im größten Klaſſenzimmer der Schule ſämmtliche Mitglieder des Kura⸗ toriums, die Lehrer und Schüler, der Gemeinderath ſowie eine große Zahl von Beamten und angeſehenen Bürgern der Stadt. Herr Schulrath Dr. Rumpel wandte ſich in ſeiner Rede zunächſt an das Kuratorium und brachte demſelben im Auftrage Sr. Excellenz des Herrn Oberpräſidenten den Dank der Behörde für die unausgeſetzten Bemühungen, in Folge deren eine Anſtalt in's Leben trete, die beſtimmt ſei ihren reichſten Segen, den Segen der Bildung und des geiſtigen Fortſchritts über die ganze Gegend auszugießen. Er knüpfte daran die Bitte, das Kuratorium wolle auch fernerhin das Wohl der jungen Schule nach allen Kräften zu fördern ſuchen. Den Lehrern legte derſelbe ihre Pflichten in eindringlichen Worten an's Herz, indem er ſie auf die ſchwere Verantwortlichkeit ihres hochwichtigen Amtes hinwies.
Im Zuſammenhange hiermit verbreitete ſich der Redner über den Werth der Bildung und der chriſtlichen Bildung insbeſondere und mahnte das Kollegium, bei der Arbeit nie den zu vergeſſen, in deſſen Dienſte die Menſchen hienieden zu wirken berufen ſeien.
Nach einer Anſprache an die Schüler, die ſich auf die Uebung des Gehorſams gegen Eltern und Lehrer, der Tugend und des Fleißes bezog, erklärte der Herr Provinzial⸗Schulrath das Progymnaſium zu Montabaur für eröffnet und führte den Rektor ſowie die übrigen Lehrer in ihr neues Amt ein.


