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der Bürgerſchaft über dieſe Engherzigkeit laute Klagen erhob und äußerte: Sparen ſei gut, aber man müſſe am rechten Orte ſparen. So blieb die Auflöſung des Gymnaſiums beſchloſſen. Wollen wir gerecht ſein, ſo dürfen wir nicht verſchweigen, daß die ungeheure Kriegsſchuld, mit welcher die Stadt damals belaſtet war(ca. 160000 Gualden, die jetzt bis auf 30000 Gulden ge⸗ deckt ſind), der Weigerung des Stadtrathes einigermaßen zur Entſchuldigung gereicht.
Die Normalſchule beendete ihren letzten Kurſus im Herbſte 1815; die im folgenden Jahre zur Aufnahme angemeldeten Kandidaten wies Frorath den Anordnungen der Behörde gemäß nach Idſtein, woſelbſt 1816, ein Jahr vor der Gründung des Idſteiner Seminars, Denzel von Eßlingen einen Lehrcurſus hielt.
Durch das Edikt vom 24. März 1817 wurde die Aufhebung des Gymnaſiums ver⸗ fügt und zu Oſtern desſelben Jahres vollzogen. Die Lehrer: Barbieux, Rup. Hisgen, Salker, Pingeler, Anton Hisgen traten mit einem Quiescentengehalt von jährlich 456 Gulden in den Ruheſtand. Die drei letzteren wurden ſpäter zu Pfarrern ernannt, Pingeler in Meudt, Salker in Hillſcheid, A. Hisgen in Weilburg. Barbieur ſiedelte nach Hadamar, dann nach Wiesbaden über. Rup. Hisgen iſt in Montabaur geſtorben. Rethig zog nach Hadamar, wo er wahrſcheinlich als Lehrer des Pädagogs angeſtellt worden iſt. Rektor des Pädagogiums in Hadamar wurde Frorath. Er iſt dort 1839 geſtorben.
Die Bibliothek des Gymnaſiums beſtand im Jahre 1815 aus 532 Bänden wiſſen⸗ ſchaftlicher Werke und 249 Heften Zeitſchriften. Durch das Teſtament des Rektors Wirz wurde ſie um deſſen hinterlaſſene Bibliothek, 372 Bände und 120 Journalhefte, vermehrt. Die phyſi⸗ kaliſchen Apparate und naturwiſſenſchaftlichen Sammlungen der Schule waren ſehr unbedeutend. Als Frorath am 28. Mai 1817 nach Hadamar verzog, nahm er die Bibliothek ohne Weiteres mit und ſchickte der Regierung ſeine Liquidation über die ihm erwachſenen Koſten ein. Darauf ertheilte ihm die Behörde, weil er ohne Auftrag gehandelt hatte, a. d. 14. Juni 1817, einen ernſten Verweis, genehmigte jedoch nachträglich das Geſchehene.
Der Doctionsfonds floß in den neugeſchaffenen Centralſtudienfonds. Die Ewig⸗ keit, für welche Fürſt Friedrich Wilhelm ihn zur Hebung des katholiſchen Schulweſens der ehemals kurtrieriſchen Lande rechtskräftig beſtimmte(vergl. S. 7), hatte 13 Jahre gedauert*)!
Und die Schüler des Gymnaſiums?— Sie mußten auswandern. Bezeichnend ſind⸗ die Worte Eines dieſer Ausgewanderten, des mehrfach erwähnten Direktors Dr. Högg, welcher mir am 14. Dez. 1869 ſchrieb:„Die Fürſorge meiner Vaterſtadt Montabaur in jüngerer Zeit für die Erneuerung und Erweiterung der Anſtalten für wiſſenſchaftliche Bildung und für Erziehung hat mich mit großer Freude und der wärmſten Theilnahme erfüllt. Ich habe die durch ſpieß⸗ bürgerliche Knickerei herbeigeführte Kataſtrophe des ehemals blühenden Gym⸗
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*) Ueber die Bildung des Centralſtudienfonds ſagt Geheimrath Firnhaber in Schmid's Encyklopädie V. S. 64:„Dieſe Centralifirung iſt von jeher als eine ungerechte, viele GSuade zeſdn die Weußeſſonen ihrer alten Stiftungen beraubende Maßregel angefochten worden.“


