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in Kraft. Im letzteren Jahre wurde der Gebrauch mit Zuſtimmung der Behörde aufgehoben, weil Prof. Frorath ſeine Anſicht dahin ausſprach,„daß an einer gut organiſirten Schule Prämien nicht nur unnöthig, ſondern auch in Betrachtung der Auslagen ſowie in moraliſcher Hinſicht nach⸗ theilig und höchſtens in den unterſten Klaſſen zu dulden ſeien.“ Vor Oſtern fand ebenfalls eine öffentliche Prüfung ſtatt, der eine vier⸗wöchentliche Ferienzeit folgte; doch endete das Schuljahr zu Michaelis und der neue Jahreskurſus begann mit Allerheiligen. Nach Ablauf jedes Semeſters ſchickte der Rektor, im Jahre 1808 durch eine Verfügung dazu veranlaßt, an die Schulkommiſſion ſog. Conduitenliſten ein, d. i. tabellariſche Ueberſichten über Talent, Sitten, Fleiß und Fortſchritte
ſämmtlicher Schüler.. Was die Disciplin der Anſtalt betrifft, ſo hatte der Direktor Bauſch in 24§§ die
Schulgeſetze zuſammengeſtellt, deren Uebertretung ſtrenge geahndet wurde. In jedem Klaſſenzimmer war eine Abſchrift aufgehängt. Aus einem mir vorliegenden Exemplare erſehe ich, daß für die Gymnaſiaſten anfänglich eine vollſtändige Uniform vorgeſchrieben war: ſie ſollten graue Mäntel mit orangefarbigen Halskragen und die Schüler der vier unteren runde, die der 2 oberen Klaſſen dreieckig aufgeſchlagene ſchwarze Hüte tragen. Nachher erließ man die Anſchaffung der Mäntel und Hüte und beſchränkte das Abzeichen auf einen ſtehenden Kragen, der mit ſoviel Streifen ſilber⸗ ner Litze beſetzt war, als der Knabe Klaſſen abſolvirt hatte.
In den Jahren 1810, 1811 und 1812 erfreute ſich das Gymaſium einer ſteigenden Fre⸗ quenz und vermittelte als treue Pflegerin der Wiſſenſchaft die Bildungsſchätze unſeres Volkes der lernbegierigen Jugend von Nah und Fern. Es genoß ſowohl die Zufriedenheit der Regierung, welche ihre Anerkennung zu verſchiedenen Malen ausdrücklich kund gab, als auch das Vertrauen der Bevölkerung der Stadt*), des ganzen Herzogthums, ja über die Grenzen der heimathlichen Gaue
*) Von Schülern aus Montabaur, welche das Gymnaſium oder die Normalſchule beſucht haben, mögen hier folgende Namen eine Stelle ſinden:
Johann Dub, Sebaſtian Hamm, Damian Högg, Hermann Kuſter, Andreas Ludwig(wohnt in Monta⸗ baur), Jakob Meurer, Johann Strasfeld(hat in öſtreichiſchen Militairdienſten geſtanden), Jakob Wasmann, Peter Hisgen(geſtorben als Gymnaſiallehrer zu Linz), Johann Klau, Joh. Eb. Knapp, Math. Isbert I., Peter Lebs(lebt in Montabaur), Sebaſtian Leiter, Jakob Linz, Nikolas Müller, Wilh. Ramp, Andreas Schnupp, Adam Milbach, Peter Joſ. Kratz(als penſ. Medieinalrath geſt.), Franz Schupp(wohnt in Montabaur), Peter Schupp(in öſtr. Dienſten zu Wien geſt.), Peter Gerz, Heinrich Göbel(als Militair⸗Arzt in Wiesbaden geſt.), Jakob Hartenfels, Fr. Gerh. Linz(Oberförſter von Welſchneudorf, geſt, in M.), Karl Linz(Landoberſchultheiß, zuletzt Rechnungskammer⸗ rath in Wiesbaden †), Georg Schützendorf(lebt in Montabaur), Joſef Helm(als Profeſſor und Direktor des groß⸗ herzogl. heſſiſchen Gymnaſiums in Bensheim geſt.), Joſ. Högg, Peter Jakobi(Amtsapotheker †). Math. Leiter (Offizier in naſſ. Dienſten †) Peter Sabel, Ägid. Joſ. Trappet, Andreas Cohn(franzöſ. Obriſt †), Quirin Joſ. Klau (als Pfarrer in Wirges geſt.), Anton Schützendorf(† als Pf. zu Pfaffendorf), Math. Thönges(Pf. in Harrenfels, zu Höchſt geſt.), Joſ. Kürzchen, Nikol. Pingeler(† in Moskau), Heinr. Traudes, Hartmann Schnupp, Joh. Ernſt, Joſ. Kuſter, Joh. Bapt. Makowitzky(Apotheker †), Kaspar Haberkorn, Pet. Joſ. Wehner, Joh. Munſch. Joh. Müller, Nik. Billiard, Jakob Breidling(in den Conduitenliſten als ein Jüngling von vortrefflichen Anlagen gerühmt, in öſt⸗ reichiſchen Militairdienſten geſt.), H. Joſ. Falkenbach. Jakob Frohe, Andreas Frohe, Joh. Kalb, Joh. Kratz, Karl Linz(in Kentucky †), Joſ. Schandre, Joſ. Strasfeld, Math. Isbert II, Th. Altmann, Simon Freiberger, Peter


