Aufsatz 
Die Theilnahme der brandenburgischen Truppen an der Expedition Wilhelms III. nach England / von Friedrich Otto
Entstehung
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16 Mit dieser Ueberlieferung, stimmt in Betreff der Gesammtsumme weder die Ao- gabe des Theatr. Europ., welches pag. 432 die Stärke der brandenburgischen Hülfstruppen als 6377 Mann beziffert, noch die in den holländischen Archiven erhaltene Berechnung ¹), welche dieselben auf

1) 44 Comp. zu Fuss, jede zu 139 Mann 2) 12 Pferd, 56

6116 Mann, 672

4 6788 Mann

abschätzt. Die Zahl der Compagnien zu Fuss wird so zutreffen, dass jedes Bataillon mit Ausnahme von No. 5 fünf, dieses vier gezählt hat, also zusammen 44, wie denn in der Mittheilung bei Schöning pag. 97 die inreKechlirbenen Batalllone der ent- sprechenden Regimenter ebenfalls fünf Compagnien, diese also gleichwie die an- dern Regimenter jedes zehn Compagnien, zählten. Wenn man nun erwägt, dass eine Compagnie damals im Durchschnitt 144 145 Mann stark war, dass es für die hollän- dischen Beamten, welche den Sold auszuzahlen und zu verrechnen hatten, von der grössten Wichtigkeit war, eine möglichst genaue Tabelle zu besitzen, so erscheint offenbar die holländische Relation, wie sie auch in der Stärke der Compagnie der ge- wöhnlichen Ziffer näher steht, zuverlässiger als die brandenburgische, wonach die Compagnie nur 125 M., oder die des Theatr., wonach sie etwa 130 M. stark gewesen sein würde.

. Es folgte eine Reihe von Gesandtschaften des Kurfürsten an Wilhelm, um zu seinen glücklichen Fortschritten zu gratuliren, zuerst des Gen. d'Espence nach glück- lich erfolgter Landung, des Gen. Spaen Anfang 1689, des Geh. Rath Schmettau nach Annahme der Königswürde ²). Jedes Mal trägt der Kurfürst ausgezeichnete Lobsprüche für seine unermüdliche Thätigkeit davon, auch die General-Staaten über- häufen ihn bei seiner Anwesenheit in Haag Anfang 1689 mit ausgesuchten Ehren; ja König Wilhelm bezeugte seine Dankbarkeit durch einen besondern Gesandten, Lord Lexington, welcher den Kurfürsten versichert, qu'après le roi c'est S. A. E. de Branden- bourg qui nous a sauvé; ingleichen empfing König Wilhelm als Zeichen besonderer Auszeich- nung nach der Krönung zuerst den brandenburgischen Abgeordneten und verlieh an den Kurfürsten den Orden des blauen Hosenbandes, welchen vordem sein Vater be- sessen hatte.

War das Gefühl der Dankbarkeit so gross, so muss auch der Grund desselben,

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¹) Milit. Wochenhl. 1838 1. c.

²) Theatr. Eur. p. 433. 785. 786. Gen. d'Espence ist wohl der Refugié, der schon vor 1685 in Bran- denburg Aufnahme fand und 1684 zum General-Lieutenant befördert wurde. Schöning p. 57. General- Feldzeugmeister v. Spaen sollte zugleich ersuchen, dass an Frankreich auch von England der Krieg erklärt und Marschall Schomberg mit hinlänglichen Völkern zurückgeschickt werde(Pauli pag. 33); Geh. Rath v. Schmettau sollte in gleichem Sinne wirken, auch die Angelegenheit der oranischen Succession in An- regung bringen, namentlich ob nicht, wenn die Vereinigung der Krone von England und der Statthalter- würde in Holland nicht statthaft befunden werde, die letztere einem nachgebornen Prinzen von Branden- burg übertragen werden könne.(Pauli l. c. Droysen IV, 1, 54).