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Erst nachdem der ganze Indikativ fest eingeübt ist, erfolgt der Uebergang zum Conjunctiv. Formale Schwierigkeiten giebt es bei diesem gar nicht. Das Zeichen des conjunct. praes. ist a, der Stamm desselben also dele-a-, woraus im Aktiv deleam, im Passiv delear gebildet wird. Die Verkürzung des e und a erfolgt nach den bekannten Regeln. Das Zeichen des coni. imperf. ist re-, entstanden aus se-(es-se-m), das des coni. perf. act. eri- ‚des plusquamperf. isse-, welche beide letzteren an den Perfektstamm gehängt werden. Der Conjunctiv der beiden Futura fehlt im Aktiv und Passiv. Der coni. perf. pass. und plusquamperf. pass. wird entsprechend dem Indikativ mit den betreffenden Formen von sum gebildet. 1
Der coni. imperf. ist nicht vom inf. praes. act. abzuleiten, wenn es auch nittzlich ist, auf die Aehnlichkeit der beiden Formen aufmerksam zu machen; um den coni. imperf. zu bilden, braucht man nur m, und im Passiver anzuhängen. Die Zusammensetzung des sogenannten Averbo, die wohl zum Teil auf diese früher allgemein angenommene Ableitung zurückzuführen ist, ist trotzdem beizubehalten, weil sich im infin. praes. act. der Stamm am besten zeigt. Und die erste Person des Präsens ist wieder wegen der zahlreichen Verba auf io nach der dritten Conjugation mitzunehmen, bei denen das Averbo capere, cepi(sse), captum zur richtigen Bildung aller Formen nicht genügen würde. Allerdings wäre die An- ordnung amo, amare, amavi, amatum oder capio, capere, cepi, captum vorzuziehen.
Was die Uebersetzung der lateinischen Conjunctive im Deutschen betrifft, so ist diese sehr verschieden je nach der Art der Sätze, in denen sie vorkommen. Denn bald brauchen wir dieselbe Form, wie im Indikativ, bald eine besondere Conjunctivform, bald eine Um- schreibung. Es ist gut, wenn alle diese Formen dem Sextaner sogleich beim Erlernen des Conjunctivs fest eingeprägt werden. Dadurch wird er von Anfang an daran gewöhnt, dass die deutsche Form nicht entscheidet, ob der Indikativ oder Conjunctiv zu stehen hat. So gelten für den coni. praes. drei Uebersetzungen: 1) deleam ich zerstöre, du zerstörest, er
zerstöre, zur Abwechslung mit ne= damit ich nicht zerstöre; 2) ich möge zerstören; 3) mit ut: dass ich zerstöre= dem indic. Für den coni. imperf. sind zu wählen: 1) ich
würde zerstören; mit si: wenn ich zerstören würde; 2) ich möchte zerstören, ut d., 3)= dem Indikativ ut, cum d.; 4) bei starken Verben eine besondere Form: nerem ich spänne. Für den coni. perf. genügt ut deleverim(so) dass ich zerstört habe, für das plus- quamperf. aber 1) ich hätte zerstört, si d.; 2) ich würde zerstört haben; 3)= dem Indikativ, cum d., ut so dass. Aehnlich ist im Passiv zu verfahren. Im coni. imperf. pass. kann in der Form ich würde zersört werden' das werden' auch fortbleiben.
Nunmehr kommen wir zu Formen, die Lehrern und Lernenden viel Mühe bereiten. Das sind die nominalen Formen des Verbums, die Infinitive, Participien und Supina. Worin die Schwierigkeit liegt, ist leicht einzusehen. Der Sextaner hat bei seinem noch wenig entwickelten Sprachgefühl für die vielfach abstrakten Formen kein Verständniss, und sodann kommen einige Formen im Deutschen nur selten oder gar nicht vor. So sind zwar die infinit. praes. ziemlich häufig und auch die des Perfekts kommen bisweilen vor, sei es in Verbindung mit Hilfsverben(soleo, deleo, dubito, statuo u. a.) oder als Subjekt in Sätzen, deren Prädikat aus esse mit einem Prädikatsnomen besteht; aber den infin. fut. act. und


