Aufsatz 
Das Thal von Orotava auf Teneriffa
Entstehung
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Hatte das vorjährige Programm in ſeinem erſten Theile ſich mit der Lage des hieſigen Schulweſens beſchäftigen zu müſſen gemeint, Auseinanderſetzungen, welche nicht überall in dem Sinne aufgenommen worden ſind, von dem ſie eingegeben waren ſo können wir diesmal zu unſerer Freude berichten, daß wir um einiges vorwärts gekommen ſind. Das Statut für das Kuratorium der höheren Schulen hat im November v. J., das für die Schuldeputation im Januar d. J. ſeine Genehmigung erhalten, ſo daß die Conſtituierung dieſer beiden neuen ſtädtiſchen Schulbehörden am 21. Febr. erfolgen konnte. Es werden dann noch manche Schwierigkeiten zu überwinden ſein, wie bei jedem Übergang zu neuer Ordnung, aber es wird doch wenigſtens eine ſichere Baſis für die weiteren Schritte gegeben. Inzwiſchen iſt die materielle Lage der Hilfs⸗ und proviſoriſchen Lehrer, deren definitive Anſtellung erſt durch die neuen Schulbehörden erfolgen ſoll, durch die ſtädtiſchen Behörden in dankenswerther Weiſe ſo geregelt worden, daß ihnen fixe Gehaltsbezüge nach Maßgabe der Dienſtzeit an den ſtädtiſchen Schulen angewieſen worden ſind. Auch haben diejenigen Lehrer an ſtädtiſchen Schulen, welche nicht über 2400 fl. Beſoldung beziehen, Anfang Januar d. J. eine Theuerungszulage von 8Ct. ihrer Jahresbeſoldung erhalten.

Was unſere Schule insbeſondere angeht, ſo hat die Vorſchule zur höheren Bürgerſchule ſeit dem Juni 1871, in 6 Klaſſen(3 Klaſſen in je 2 Parallelabtheilungen) das Parterre des Waiſen⸗ hauſes inne. Die Führung der Klaſſe IXb übernahm Herr Gundlach, bisher Hilfslehrer in Oberrad, die Mädchenklaſſe VIII, nach Aufrücken der Lehrer Bardorff nach VII und Rau nach VI, Herr Kreuſcher, vor dem Kriege Hilfslehrer in Niederrad. Beide ſind Schüler unſerer Anſtalt. Außerdem trat noch Herr Lehrer Schütze, vorher Lehrer am deutſchen Seminar zu Warſchau, in unſer Kollegium als Hilfs⸗ lehrer ein. Im nächſten Schuljahre wird der geſteigerte Andrang zur Mädchenſchule, leicht erklärlich durch den Mangel an öffentlichen Mädchenſchulen und die große Zunahme der Bevölkerung, zu einer Theilung der unterſten Mädchenklaſſe nöthigen. Hoffentlich wird das Waiſenhaus bald in allen ſeinen Räumen für Schulzwecke benutzt werden können und ſich dann eine Theilung unſerer Schulen in zwei völlig getrennte Anſtalten, eine höhere Bürger⸗(Real⸗) ſchule und eine höhere Mädchenſchule ermög⸗ lichen. Bis dahin und bis zu dem Zeitpunkte, da wenigſtens noch einige Schulen erbaut oder ſonſt eingerichtet ſein werden, dürften freilich noch recht arge Schwierigkeiten und Verlegenheiten ſich geltend machen.

Von den Reſkripten der vorgeſetzten Behörden ſind zu verzeichnen: 5. Mai 1871. Das königl. Prov.⸗Schulkollegium erfordert, daß die Lektionspläne in der vorgeſchrie⸗ benen Form(ſ. Wieſe I, 33 u. 41) 4 Wochen vor Beginn des neuen Semeſters vorgelegt werden. 9. Mai 1871. Die vereinten evangeliſch⸗proteſtantiſchen Conſiſtorien ſprechen ihr tiefes Bedauern über den Hingang des Lehrers J. Engelmann aus und fordern zu Vorſchlägen über die Wiederbeſetzung der Stelle auf.

23. Juni 1871. Das königl. Prov.⸗Schulkollegium ordnet an, daß bei der Anmeldung der Abi⸗ turienten die Schüler nicht nach der alphabetiſchen Ordnung, ſondern nach ihren Geſammt⸗ leiſtungen aufgeführt werden ſollen.

26. Juni 1871. Die vereinten evang.⸗proteſtantiſchen Konſiſtorien theilen mit, daß das königl. Prov.⸗Schulkollegium dem Lehrer Dr. F. Noll einen Urlaub auf 3 Monate zu einer wiſſen⸗ ſchaftlichen Reiſe ertheilt habe.