Aufsatz 
Über Töne, die beim Zusammenwirken zweier Gasflammen entstehen
Entstehung
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Um dieſe Ausſtellungen zu beſeitigen und den techniſchen wie pädagogiſchen Anforderungen gerecht zu werden, habe ich mich nach einer Reihe von Verſuchen für eine Einrichtung entſchloſſen, die auf dem Prinzip der bifilaren Aufhängung beruhend, mit einem verſchwindend kleinen Koſten⸗ aufwand in jedem Lehrſaal angebracht werden kann, und bei ihrer großen Einfachheit zeitraubende Vorbereitungen unnöthig macht. Es ſei mir geſtattet, in den folgenden Zeilen den Apparat in der Form, wie ich ihn im hieſigen Gymnaſium eingerichtet habe und wie er von jedem einigermaßen in praktiſchen Arbeiten erfahrenen Lehrer ſelbſt hergeſtellt werden kann, kurz zu beſchreiben und der Prüfung der Fachgenoſſen zu unterbreiten.

Der weſentliche Theil des Apparates, die Bifilarſuspenſion, beſteht aus zwei ſehr dünnen ſeideüberſponnenen Kupferdrähten von etwa 0,12 mm Durchmeſſer. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß auch dickere Drähte verwendet werden können, da hierdurch die Beweglichkeit nicht ſtark vermindert, dagegen der Leitungswiderſtand bedeutend reduzirt wird. Doch muß man ſo dünne Drähte un⸗ bedingt dann nehmen, wenn man auf Drehungen von mehr als 180° reflectirt. Daß dann aller⸗ dings von etwaigen Meſſungen nicht die Rede ſein kann, iſt ſelbſtredend. Dieſe beiden Drähte von je 250 cm Länge ſind zuſammen mit angelötheten Drahtſtücken von größerem Durchmeſſer beiderſeits durch zwei zuſammengeleimte Holzklözchen iſolirt verbunden, wie Fig. 2 der beigefügten Tafel in natürlicher Größe zeigt. Dabei erhalten die Suspenſionsdrähte den gewünſchten Abſtand, etwa 10 mm oder darunter, während man die Zuleitungsdrähte bis auf 20 25 mm von einander entfernen wird. Zum Gelingen der Einrichtung weſentlich iſt nun die möglichſt genaue Ueberein⸗ ſtimmung der Drahtlängen zwiſchen den beiden Paaren von Holzklötzchen; doch läßt ſich dieſes Erforderniß bei einiger Vorſicht unſchwer realiſiren.

An die beiden unteren Zuleitungsdrähte kann man nun mittels kleiner Klemmſchrauben die Leiter anſchrauben. Von letzterem ſpäter noch einiges. Mit den beiden oberen dagegen wird man den nun außerordentlich beweglichen Leiter an den Klemmſchrauben einer Art Torſionsſcheibe be⸗ feſtigen. Die Einrichtung dieſes letzteren Theils des Apparates wird mit Hülfe von Fig. 1 wohl leicht verſtändlich ſein.(In Fig. 1 iſt der größeren Deutlichkeit halber an den Suspenſionsdrähten das obere Holzklötzchen weggelaſſen.)

An der Decke des Lehrſaales iſt über dem Experimentirtiſch eine Holzplatte feſt angeſchraubt, zu der zwei Zuleitungsdrähte führen; letztere endigen in zwei Klemmſchrauben, die im magnetiſchen Meridian einander diametral gegenüber in die Holzplatte eingeſchraubt ſind. Zwiſchen dieſen Klemmen iſt eine runde Holzſcheibe von etwa 10 cm Durchmeſſer mittelſt einer durch ihren Mittel⸗ punkt gehenden Schraube an jener Platte befeſtigt, ſo daß dieſelbe um dieſe Schraube als Achſe drehbar iſt. Um dieſe Drehung von unten bequem beſorgen zu können, iſt an der Scheibe ein Holzſtäbchen von 25 cm Länge vertikal angeleimt, mittels deſſen als Hebel die Drehung mit einer Stange leicht von unten vorgenommen werden kann. Beiderſeits ihrer Achſe im Abſtand von 20 mm von einander ſind in dieſer Torſionsſcheibe zwei Klemmſchrauben befeſtigt, die zur Auf⸗ nahme der oberen Zuleitungsdrähte der Bifilarſuspenſion dienen. Dieſelben ſind mit den Klemmen der feſten Scheibe durch ſpiralig gewundenen überſponnenen Kupferdraht verbunden. Bei der Null⸗ Stellung der Torſionsſcheibe liegen die Klemmen im magnetiſchen Meridian, alſo in einer Geraden mit jenen der feſten Scheibe.

Was die Zuleitungsdrähte zu dieſer feſten Platte anlangt, ſo erſcheint es zweckmäßig, dazu