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Vorabend des Feſttags bewegte ſich der Feſtzug der Schüler, von den Lehrern geführt, nach der Alzeyer Straße, um das von den Schülern veranſtaltete Freudenfeuer abzubrennen. Am Vor⸗ mittag des 2. September fand auf dem Schulhof die bei uns übliche Turnſchau und Parade ſtatt.
5. Ein ſehr ſchwerer Verluſt traf unſre Anſtalt durch den am 15. Februar 1882 erfolgten Tod des Bürgermeiſters Herrn Friedrich Heimburg. Die Geſchichte unſrer Anſtalt ehrt das Andenken dieſes Mannes, deſſen Verdienſte um unſre Schule mit dieſen Worten nur an⸗ gedeutet, nicht erſchöpfend ausgeführt werden können. Er war eine von denjenigen Naturen, die nach ihrer allgemeinen Geiſtes⸗ und Lebensrichtung die Förderung des Erziehungs⸗ und Unterrichts⸗ weſens für die beſte Fundamentirung des Baues der menſchlichen Geſellſchaft halten; und aus dieſer Lebensauffaſſung heraus, wodurch er immer mit dem Herzen bei ſeiner Sache war, war er mit Freuden bereit, alle Intereſſen zu fördern, die Zwecken ächter Bildung dienten. So half er uns mit der lebhafteſten Theilnahme bei dem Ausbau unſrer Realſchule, bei der Herſtellung eines voll⸗ ſtändigen Klaſſenſyſtems des Gymnaſiums, bei der Errichtung und Erweiterung der Vorſchule und in vielen anderen Angelegenheiten unſrer Anſtalt. Daß für unſre höheren Lehranſtalten unter Beihülfe des Staats ein neues zweckmäßiges Gebäude errichtet und vorzüglich ausgeſtattet wurde, und zwar in der Weiſe, daß die Stadt Worms nur einen ſehr geringen Beitrag dafür aufzuwenden hatte, war zum großen Theil Heimburgs Verdienſt, der das angeregte Unternehmen des Neubaus nach jeder Seite hin einſichtsvoll und bereitwilligſt förderte. So handelte er in allen Angelegen⸗ heiten unſrer Schule, die er mit uns berieth. Denn immer ließ er ſich von dem Gedanken leiten, den auch die hieſigen Stadtverordneten bei allen Unterrichtsangelegenheiten hochſinnig durchführten, daß die Förderung aller hieſigen Schulen faſt die wichtigſte Aufgabe und die ſicherſte Gewähr für eine glückliche Zukunft der Stadt Worms und ihrer Familien ſei. In der Geſchichte des Erziehungs⸗ und Unterrichtsweſens unſrer Stadt wird ſein Name ſtets erglänzen. Um ihn ſelbſt ſprechen zu laſſen, werden wir die Rede, die er bei der Einweihung unſrer Aula und der Schlußſteinlegung unſres neuen Gymnaſial⸗ und Realſchulgebäudes am 14. April 1880 in unſrer Aula hielt, ſpäter zum Abdruck bringen. Von Friedrich Heimburg gilt in Wahrheit das Dichterwort:„Er verband aus reinem Biederſinn und zum gemeinen Wohl ſich mit den Andern“. Mit ihm bekennen wir:
„Du Rufer hoch aus Sternen,
Du Leuchter durch die Nacht,
Das Eine laß uns lernen,
Was Alle ſelig macht:
Wir ſind die Saat aus Licht,
Und ſolllen muthig funkeln,
Wie Zeit und Welt auch dunkeln— Nachoben das Geſicht!“ Arndt.


