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zeichnung, in welcher der Unterzeichnete nicht eine Anerkennung seiner persönlichen Thätigkeit allein, sondern der Fortentwicklung der ihm anvertrauten Anstalt glaubt sehen zu dürfen, die wesentlich auf das Zusammenwirken seiner Amtsgenossen gegründet ist.
Wie in früheren Jahren machte auch in diesem Jahre eine Anzahl von Schülern der oberen. Classen von dem freundlichen Entgegenkommen des physikalischen Vereines Gebrauch und wohnte den populären physikalischen Vorträgen am Mittwoch an.
Höchst schmerzliche Verluste trafen unsere Anstalt im verflossenen Jahre. Am 25. Juni 1878 starben am Scharlachfieber die beiden Brüder Albert und Hermann Keyl, jener 15 Jahre 4 Monate alt, Schüler der Obersecunda, dieser nicht ganz 11 Jahr alt, Schüler der Quarta. Lehrer und Schüler waren tief erschüttert durch den frühen Tod dieser beiden allgemein beliebten, zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden Knaben. Die Eltern verloren in ihnen ihre einzigen Söhne, und wir vermissen unsere lieben, tüchtigen Schüler schmerzlich unter der übrigen Zahl.
Am 1. November starb ganz plötzlich der ordentliche Lehrer Herr Friedrich Christ- mann, nachdem er noch den Vormittag unterrichtet hatte. Wir verloren in ihm einen treuen Amtsgenossen, einen tüchtigen, gewissenhaften Lehrer, der unsern ganzen Zeichenunterricht in systematischer Weise geordnet und durchgeführt hat, und dem das Wohl der Schule am Herzen lag. Er wurde den 21. Januar 1830 zu Darmstadt geboren und war seit Ostern 1856 an der Musterschule thätig, an welcher er den 2. Juli 1861 als ordentlicher Lehrer angestellt wurde. Neben seinem amtlichen Berufe, der ihn fast ausschliesslich als Zeichenlehrer beschäftigte, hat er eine äusserst fleissige Thätigkeit als Kartograph entwickelt. Geographie war seine Lieblings- wissenschaft, der hiesige geographische Verein verlor in ihm einen zuverlässigen Berichterstatter über die Fortschritte der Geographie; in weiteren Kreisen ist er bekannt durch sein Buch über Neu-Seeland und das Buch über Australien(Leipzig, Spamer), an dessen fast vollendeter zweiter Auflage er bis wenige Stunden vor seinem Tode arbeitete. Ausserdem erschien von ihm im Verlage bei Dondorf hierselbst das Kunstgeschichtliche Musterbuch in Farbendruck mit Text (1877 und 1878). Zahlreiche Betheiligung seiner früheren Schüler bei seinem Leichenbegängnisse gab den Beweis, dass er sich in den Kreisen derselben Anhänglichkeit und Anerkennung erworben hatte. Die Schule wird ihm ein treues Andenken bewahren.
b. Amtsaustritt und Anstellung von Lehrern.
Am 1. April 1878 trat der ordentliche Lehrer Herr Oscar Böttger in den Ruhestand, nachdem er schon seit dem Sommer 1876 durch andauernde Krankheit verhindert war sein Amt zu versehen. Er war seit dem 1. October 1873 als Lehrer der beschreibenden Naturwissen- schaften an der Musterschule thätig und wusste das Interesse der Schüler in hohem Grade zu erregen. Wir hoffen, dass unser tüchtiger, von Lehrern und Schülern hochgeschätzter Amtsgenosse, nach Hebung des Uebels, das ihn zur Niederlegung des Amtes nöthigte, seinem Berufe in nicht allzulanger Zeit zurückgegeben wird, wie er auch jetzt fleissig seiner wissenschaftlichen Thätigkeit obliegt.
Am 1. October verliess uns Herr Dr. Franz Parow nach Absolvirung seines Probe- jahres, während dessen er zugleich in dankenswerther Weise eine volle Lehrerstelle versehen hatte, um als Assistent an dem mathematischen Seminar der Universität Würzburg thätig zu sein.


