Aufsatz 
Syntaktische Bemerkungen zu Herodot / Nehmeyer
Entstehung
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VII

Bei dem Einzuge S. M. des Kaisers am 15. Oktober nahm die Schule wiederum an der Spalierbildung teil. 3

Die Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des Grossherzogs und der Grossherzogin verbanden wir mit der 400 jährigen Gedächtnisfeier des Meisters Hans Sachs in einem Schulaktus am 24. November v. J. mit folgendem Programme:

1. Adagio für Streichinstrumente, von Corelli, vorgetragen von der Schülerkapelle. 2. Chor:Herr, der Du bist der Gott aus dem Oratorium Paulus von F. Mendelssohn. 3. Hans Sachs und seine Zeit, Vortrag des Oberprimaners Wilhelm Hammann. 4. Der künstlichste Werkmann, Dichtung in der Weise der Meistersänger, vorgetragen von Wilhelm Gross(Hans Sachs), Ernst Gallus(Peter Vischer) und Rudoff Horn(Michael Behaim) aus IIIb. 5. Chor von Mozart. 6. Das Schlaraffenland, Schwank nach Hans Sachs, vorgetragen von Joh. Andres und Wilhelm Vierheller aus V. 7. Chor:Treue Liebe bis zum Grabe von K. A. Mangold. 8. Sankt Peter mit der Geiss, Schwank von Hans Sachs, vorgetragen von Adolf Schmoll von Eisemwerth und Otto Pabst aus Ib. 9. Chor:Russischer Vespergesang von Bortniansky. 10. Hans Sachs als Dichter, Vortrag des Oberprimaners Otto Amend. 11. Hans Sachsens poetische Sendung, von Goethe, vorgetragen von Karl Wateinger und Wilhelm Degen aus Ia. 12. Chor: Integer vitae, von Flemming. 13. Festrede des Grossh. Gymnasiallehrers Dr. Anthes. 14. Allgemeiner Gesang:Heil unserm Fürstenpaar.

Das Programm der Kaiserfeier am 26. Januar d. J. lautete folgendermassen:

1. Menuetto von Mozart, vorgetragen von der Schülerkapelle. 2. Fürs Vaterland, melodramatische Cantate für Deklamation, Solo- und vierstimmigen Chorgesang und Pianoforte. Dichtung von Franz Weller, Musik von K. A. Mangold. 3. Largo von J. Haydn, vorgetragen von der Schülerkapelle. 4. Festrede des Grossh. Gymnasiallehrers Dr. Fischer. 5. Allgemeiner Gesang:Heil Dir im Siegerkranz.

Die beiden letzterwähnten Festlichkeiten hatten wieder eine zahlreiche Hörerschaft in dem festlich geschmückten Saale vereinigt.

5. Im Laufe des Schuljahres wurden zahlreiche halbtägige Spaziergünge und(am 2. bezw. 28. Juni) ein ganztägiger Ausflug gemacht. Zum Zwecke des Schlittschuhlaufens wurden einige Turnstunden und ausserdem am 28. und 31. Januar, sowie am 14. und 23. Februar I. J. der Nachmittagsunterricht ausgesetzt.

6. Der Gesundheitszustand der Schüler war durchweg befriedigend; auch das Lehrer- kollegium blieb von ernsteren Erkrankungen verschont, doch waren die Lehramtsaccessisten Helliig und Helmke zeitweilig durch Unwohlsein vom Dienste ferngehalten.

7. Die Reifeprüfung hielt Herr Geh. Oberschulrat Soldan am 14. März l. J. ab. Sämt- liche 20 Oberprimaner(s. o.) Kurden für bestanden erklärt, und zwar 15 unter vollständiger und 3 unter teilweiser Entbindung von der mündlichen Prüfung.

8. Am 20., 21., 22. und 23. Juni v. J. wohnte Herr Prof. Gustav Astrand aus Upsala, der im Auftrage der Kgl. Schwedischen Regierung das höhere Schulwesen Deutschlands und Belgiens studierte, dem Unterrichte in verschiedenen Klassen und den Uebungen des pädagogischen Seminars bei.

9. Im Laufe des Jahres empfing das Neue Gymnasium folgende Geschenke: von mehreren Verlagsbuchhandlungen Werke ihres Verlags; von Herrn Prof. Dr. Hensell: die Nachbildung eines römischen Diptychons; von Frau Prof. Dr. Lips im Auftrage des Herrn Prof. von Thudichum dessen SchriftDas Geschlecht Thudichum; von Herrn Dr. Anthes: Der Olymp von A. H. Petiscus, 20. Aufl., besorgt von Dr. E. Anthes; von der Schulabteilung des Grossh. Ministeriums: Büchmanns geflügelte Worte, 18. Aufl.; von Herrn Dr. Hottinger: Die Welt in Bildern undDer deutsch-französische Krieg 1870/71; von Herrn Hofrat Kofler: einen Plan des Klosters Arnsburg; von Herrn Dr. Krämer in Rimbach: eine prächtige Kryptogamensammlung, sowie einige Fundstücke aus den Pfahlbauten im Züricher See; von der Grossh. Bürgermeisterei dahier: den Verwaltungsbericht für 1893/94 und den Voranschlag für 1895/96; von dem Unterprimaner Stockhausen: einen von ihm selbst angefertigten Plan von Paris.

Wir sagen den gütigen Gebern auch an dieser Stelle verbindlichsten Dank.