126 Welschnonnengasse.
Türen, alle mit hübscher Rokokoumrahmung, auch die alten Flügeltüren in den Zimmern mit einfacher Schnitzerei sind noch gut erhalten. In zwei Zimmern des ersten Stockes reizende Rokokostuckdecken und je ein Kamin. Das Rocaillemotiv tritt hier hinter fein ausgeführtem naturalistischen Ranken- und Blütenwerk zurück. Die ältere Malerei in den vier ovalen Eckfeldern des Hauptsaals ist jetzt durch moderne Landschaften ersetzt. In der Mainzer Stuckdekoration sind diese Decken eine ziemlich vereinzelt dastehende Erscheinung; am nächsten kommt ihnen das Muster im Hause Sonnengässchen Nr. 3. Enger verwandt sind ihnen auch einige Stuckdecken in dem ehemaligen Ostein'schen Landsitz zu Geisenheim(jetzt im Besitze des Barons von Brentano*).
*) Leider hat Luthmer, Bau- und Kunstdenkmäler des Rheingaues, diesen Palast mit seiner reichen Innendekoration(urspr. bemalte Stuckdekoration, Kamine, Gartensaal, Badezimmer etc.) nicht erwähnt.
6. Hübsch verzierte Barockpforte mit Oberlicht. In der Kartusche über dem Oberlicht zwei Schilde mit verschlungenen Initialen, links E. B. A., rechts E. M. B. Die Haustüre mit Rokokoschnitzereien. Auf dem Schlusstein des Türsturzes ein kleines Schild mit der Jahreszahl 1740. Am ersten Stock: ein kleines Muttergottesbild in schöner, architektonisch gegliederter Nische unter einem Baldachin mit seitwärts zurückgeschlagenem Vorhange. Auf dem Sockel ein Cherub(vgl. Christophsgasse Nr. 11, wo ähnlicher Baldachin).
17.„Zum grossen Keller.“ Schöne geschnitzte zweiflügelige Haustüref mit Oberlicht. Rokoko. An der Hausecke in einer von einem weitausladenden Baldachin überdeckten Nische: gekrönte Muttergottesstatue; sie steht auf der von der Schlange um- wundenen Weltkugel und hält mit beiden Armen das ebenfalls gekrönte Christuskind. Auf dem Sockel eine von Ranken und einem Rosenzweige umrahmte leere Kartusche. Gute Arbeit- Zirka 1750.
34.„Dusberg, Boineburgerhof, Pfandhaus, Goldener Pflug.“ Schaab II, 257 f., I, 459 f., 330. Der Boineburger Hof umfasste das ganze Häuserquadrat zwischen Emmerans- strasse, Pfandhausstrasse, Welschnonnengasse und stiess hinten an den Emmeranskirchhof. Vom ursprünglichen Bau ist nur noch wenig erhalten, u. a. im jetzigen Pfandhaus ein Portal mit der Jahreszahl 1672(s. städt. Gebäude und Pfandhaus- strasse Nr. 2). Am Ecke der Welschnonnengasse steht noch das von Pilastern flankierte Portal; darüber ein wuchtiger Erker, dessen geschweifter Giebel mit Obelisken verziert ist; in neuerer


