Synagogenstrasse—Synagogenstrasse, hintere—- Umbach. 121
die für die Zeit charakteristischen, von der Voute aus das Mittelfeld umrahmenden, schweren Voluten aus langgezogenen Akanthusranken mit knospenartig gebildetem Blatte; die in der Mitte der Voute liegende Kartusche ist von langen Palmwedeln umrahmt(vergl. kurf. Schloss, Fensternischen s. u.). In den Zimmern des ersten Stockes 3(resp. 4) Stuckdecken mit starken Vouten.(Die des einen Zimmers ist durch einen Querbalken in zwei Decken von verschiedenem Muster geteilt.) Hier sind die Akanthusvoluten, welche die Mittelfelder umgeben, noch reicher als die des Treppenhauses; das Akanthusblattwerk ist stark unterschnitten, eine Decke zeigt in den Ecken das herzförmige Muster, wie Birnbaumsgasse Nr. 7(s. dort). Die Mittelfelder an den Decken und in den Kartuschen der Vouten waren wahrscheinlich ursprünglich bemalt. Ausserdem sind in diesem Stockwerk noch erhalten: 2 Kamine, deren Stuckverzierung ab- geschlagen ist.— Die Stuckdecke im zweiten Stocke zeigt ein ovales Mittelfeld, das von einer besonderen Umrahmung einge- schlossen ist. Auf dieser Umrahmung sind lebensgrosse, fliegende Putten dargestellt, die Palmwedeln in den Händen tragen. In den Ecken auch hier die stark unterschnittenen Akanthusvoluten. Dem Ornamentmuster nach sind die Decken zirka 1707 zu setzen. Sie gehören mit den zu Birnbaumsgasse Nr. 7 ange- führten in eine Gruppe. Das Palmwedelmuster kommt auch an den Stuckornamenten in den Fensternischen des ersten Stock- werks des kurf. Schlosses(Greiffenklau'scher Bau) vor. Auch die unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn(1694— 1729) hergestellte Stuckdecke, im rheinseitigen Erkerzimmer des kurf. Schlosses, gehört in diesen Kreis.
19.„Zum Judenpfeffer.“ Auf dem Sturz der Hauspforte eine groteske Maske. 1. Hälfte des 18. Jahrh.
Synagogenstrasse, hintere.
10. An der einfachen, dreistöckigen Barockfassade: Pforte mit Oberlicht, das Gesims mit drei Pinienäpfeln geziert. Mitte
des 18. Jahrh. Umbach.
2. An der Hausecke, unter einem gerippten Muschel- baldachin, den ein Pinienapfel bekrönt: das Standbild der Mutter- gottes † mit dem Christuskinde. Auf dem mit Blattornament verzierten Sockel: eine leere Kartusche; um 1700. Die Figur gehört in die bei Ballplatz Nr. 3 angeführte Gruppe.
9. An der Hausecke, unter geripptem Baldachin: Stand- bild des hl. Joh. Nepomuk.— Mitte des 18. Jahrh.
— Im Reul: Hoftorf; zu Schillerstrasse Nr. 44(Erthaler Hof) gehörend.(Staat.)


