Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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SonnengässchenSpritzengasse Stadionerhofstrasse. 117

im 1. Stock noch wohlerhalten die elegante Stuckdekoration des Erkersaals mit Kamin f, feinen Spiegelumrahmungen zwischen den Fenstern und einer Stuckdecke, die durch einen Querbalken in zwei Felder geteilt wird; alles in Rokoko.(Vergl. Abbildg. Tfl. XI und Schlussvignette.) Die innere Ecke des Zimmers ist jetzt abgeschrägt, wodurch ein Teil der Stuck- dekoration der Ecke weggefallen ist; das verbindende Stuck- ornament an dieser Stelle ist moderne Ergänzung. Im Hinter- haus im Erdgeschoss und 1. Stock grössere Räume(Setzersaal) mit zum Teil reicher profilierten Spätrenaissance-Fenstergewänden (zum Teil gekreuztes Stabwerk) und Kragsteinen. Diese Teile sollen zu dem ehemaligen HauseZum Monplaisir gehört haben. Schaab I, 535.

Die StuckMdekoration des Erkersaals hat in ihrem Ornament(lang- gezogenes Akanthusblatt) und in ihrer Technik viel Ahnlichkeit mit der im Treppenhause Ballplatz Nr. 1(engl. Fräulein) und der des sog. weissen (Konzert-)Saals im kurf. Schloss. Letzere ist wahrscheinlich eine Arbeit des kurf. Hofstukkateurs(später Baurats) Peter Jäger. Auch im histor. Archiv zu Frankfurt a. M. befinden sich ausser einer dorthin transferierten Stuckdecke Zeichnungen von solchen aus, jetzt abgerissenen Bauten, die in diesen Kreis gehören. Es kann diese Übereinstimmung auf dem von verschiedenen Stukkateuren gemeinschaftlich benutzten Musterbuche beruhen; die Technik weist allerdings mehr auf eine Meisterhand hin.

Uber Peter Jäger vergl. Zais, Ztschr. d. Vereins z. Erforsch. rhein. Gesch. u. Altert. III, 388 u. 391. Die dort benutzten Archivalien sind jetzt zum Teil im Grossh. Staatsarchiv zu Darmstadt, zum Teil im Geh. Staats. archiv zu Berlin. Schneider, Denkschrift zur Wiederherstellung des kurf. Schlosses, S. 19 f. UÜber Jägers Arbeiten in der Liebfrauenkirche und im Römer zu Frankfurt s. Wolf und Jung, Baudenkmäler der Stadt Frank- furt, I, 128, 147; II, 248. In einem vom 23. Oktober 1754 datierten Schreiben(Grossh. Staatsarchiv Darmstadt, Kurf. Mainzer Bauwesen) berichtet Freiherr v. Ritter an den Kurfürsten, dass der Stukkateur Jäger mit den Plafonds des mittleren Stockwerks des kurfürstlichen Schlosses innerhalb drei Wochen fertig werden wird. Jäger ist der Erbauer der Ignazkirche (vergl. Schneider, Darstellungen der Stadt Mainz, S. 93 Nr. 669/670), wo- selbst er auch in der Gruft begraben liegt. Seine Grabschrift lautet:

Hier ruhet dem Herrnselich entschlafen der wohlgebohrne Herr] Joann Peter Jäger] kurfürstlich meinzischer Baurath] des errichteten underen neuen Kranens] und der pfarrkirch St. Ignazſ gewesener Baumeister] Er kam zur Welt] den 1 ten im November 1758 ſund starb] den 17 ten November 1790. R. I. P.

Die Baurechnungen über den Neubau der Ignazkirche besitzt das Pfarrarchiv von St. Ignaz. Seit 1783 erscheint im Mainzer Hofkalender Baurat Jäger als Lehrer der Zeichenkunst an der Normalschule.

Spritzengasse. 1. Fachwerkbau.(?)

Stadionerhofstrasse.

2. Interessanter Barockbau, ehemals Kleintz'sches Haus. Fassade, Muttergottesstatuef, Portalt, Treppenhausf, Stuck- decker(Stadt Mainz).