Schillerplatz und Schillerstrasse. 109
16 Lob ſey 70 dem Zeinigen Gott und der Himmels Königin
Maria
Die künstlerisch nicht hochstehende Darstellung ist ikonogra- phisch insofern interessant, als sie uns für die typische Dar- stellung dieses Motivs ein Beispiel aus dem 17. Jahrh. gibt. Das 18. Jahrh. behält sowohl die Gruppierung, als auch den Typus der einzelnen Personen bei.
10. Einfache, vierstöckige Barockfassade. 11. Offizierskasino, ehem.„Schönborner Hof“(Militär).
13— 27(ungerade Nr.). Zum ehemaligen Alt-Münsterkloster ge- hörend. Uber den Hauspforten befinden sich für die Baugeschichte des Klosters wichtige Hausmarken mit Bauzahlen, s. Taf. XXI.(Militär).
14. An der Hausecke unter Baldachin mit Sockel grössere Muttergottesstatue mit Christuskind. Etwas zu gedrungene Gestalt, sonst aber gute Arbeit.
24. Ehem. Metternicher Hof, später französische Post. Von dem alten Bau sind nur noch erhalten die französischen Adler, die ehemals auf den Pfeilern des Eingangstores standen. Sie sind jetzt auf dem Tore in der Spritzengasse angebracht. Abbildung des alten Hauses mit dem Einfahrtstore bei Bocken- heimer, Gesch. d. Stadt Mainz 1813— 1814. 3. Aufl. Mz. 1886. Auch das Wappen im Hause grosse Langgasse Nr. 1 scheint vom ehem. Metternicher Hof zu stammen.
40. Reich geschnitztes Portal(Empire), in den seitlichen Partien zum Teil verkürzt, die Bildhauerarbeit ist jedoch unver- sehrt geblieben. Nach der Mitteilung eines jetzt noch lebenden Nachkommen aus der Familie Pfaff soll das Tor eine Arbeit des Bildhauers Seb. Pfaff, eines Sohnes des berühmteren Bildhauers Joh. Seb. Pfaff(† 1794), sein. Seb. Pfaff der jüngere lebte noch als Bildhauer in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrh. in Mainz. Uber den Erbauer des Hauses(Schmuttermayer) vergl. Schneider, Mainzer Journal 1902 Nr. 63(= S. 5 ff. des Sonderabzugs) und Schaab II, 264. Unter Schmuttermayer arbeitete auch der Bildhauer Georg Scholl, der im Jahre 1795 die Witwe des(älteren) Bildbauers Pfaff heiratete. Joh. Georg Scholl war 1763 zu Bamberg geboren.
44. Ehem. Erthal'scher Hof, jetzt Grossh. Regierungsgebäude (Staat).


