52 Himmelgasse— Höfchen.
Das Haus gehörte zum Erbacher Hof.(„Nach der Stadt- aufnahme von 1568 und 1594 hatte er damals schon einen grossen Begriff und ging hinten in der Himmelgasse aus.“ Schaab I, 478 u. 269) vergl. Erbacherhofstr. 1 u. 3.
11. Kleines Medaillon-Relief: heilige Familie, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Hof stand bis vor kurzem eine gute Marienstatue aus Holz(za. 1750), die jetzt nach Amöneburg bei Biebrich gebracht ist, wo sie in der Kirche aufgestellt werden soll. Die Figur soll aus der Stephanskirche stammen; sie wurde vielleicht bei der„Purifikation“ der Stephanskirche 1858(vergl. Wagner-Schneider, geistl. Stifte II, 412 ff.) von dort entfernt.
12. Spätgotisches Pförtchen wie an Nr. 6.
16. Standbild des hl. Johannes Nepomuk, halbe Lebens- grösse. Mitte des 18. Jahrhunderts.
18. Kapuzinerkloster. Im Gebiete des heutigen Klosters lag die Bäckerzunftstube(vergl. Wagner-Schneider, geistl. Stifte II. Tfl. II). Von ihr stammt das jetzt im Innern des Klosters wieder eingemauerte Bäcker- zunftwappen, s. Tfl. XXI.(Geistlichkeit.)
Höfchen.
4 u. 6. Zwischen dem 2. und 3. Stock schönes, reich verziertes Spätrenaissance-Wappen † des Kurfürsten Schweikard von Cronenberg, in architektonischer Umrahmung; kanellierte jonische Pilaster mit Architrav; auf ihm steht die Figur der Justitia mit der Wage in der Linken, die Rechte gegen Himmel hebend(2). Antiq. Wanderg. bemerkt:„Die kleine Figur ober- halb dieses Wappens, die Gerechtigkeit vorstellend, welche vormals Schwert und Wage hielt, ist verstümmelt und es fehlen derselben diese beiden sinnbildlichen Attribute.“ Das eigentliche Wappen in einer von reichem Rankenwerk umrahmten Kartusche. Als Helmzier Rad, Bischofsmütze, Pinienapfel, rechts und links davon Schwert und Stab. Von den rechts und links an dem Rahmen ausspringenden Engelsköpfchen ist das rechte leider zu Gunsten einer Fensterüberdachung weggeschlagen worden.— Am Sockel in Kartusche die Jahreszahl M. D. C. XI. (1611), Abb. Taf. II. Das Wappen befand sich an dem Stadt- gerichtsgebäude, das bis 1834 an dieser Stelle stand.(Schaab I, 572, Werner, Dom zu Mainz II, 493.) Abbildungen des alten Hauses in den Kesselstatt'schen Aquarellen(Städtische Gemälde-Galerie) und nach einem späteren Aquarell bei Neeb „Bilder aus dem alten Mainz“, 2. Aufl., Taf. XXXI.


