Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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50 Heiliggrabgasse Heringsbrunnengasse.

am kurfürstlichen Schloss). Im Felde unter den Erkerfenstern des ersten Stockes halten zwei Putten, die Palmzweige tragen, ein Doppelwappen, von dessen Helmzier tief unterschnittene Akanthusranken ausgehen(gezaddelte Helmdecke). Die Wappen- schilde sind ausgemeiselt. 16. 17. Jahrh. Im 1. Stock: StuckdeckeJ†, za. 1740. Bandwerk mit Rokokomotiven und Symbolen der 4 Jahreszeiten.

Heringsbrunnengasse.

7.Stolzenberg, Stolzenburg. Zierlicher Barockbau†; die zwei unteren Stockwerke mit Rustikabekleidung. In den Fensterbrüstungen des obersten Stockwerkes je 3 Baluster. Der schlanke Erker an der Hausecke wird von einem wuchtigen sechseckigen Pfeiler getragen. Das oberste Stockwerk des Erkers scheint ursprünglich ohne Fenster gedacht. An dem Erker ist in der Fensterbrüstung eine Pietà f angebracht: Maria, zu ihren Füssen hingesunken der Leichnam Christi, von dem zwei rechts und links stehende Putten das Leichentuch wegheben. Für die Datierung massgebend ist das Haus Weisslilien- gasse Nr. 24(Zum Hering, s. das.), das laut Chronostichon über der Haustüre aus dem Jahre 1708 stammt. Der Erker dieses Hauses zeigt analoge Formen.

8. Kleines Barockpförtchen; im 1. Stock einfache Stuck- decke(Stadt Mainz, Zivilhospizien).

11.Grosser und kleiner Sackpfeifer. Im Giebel als Kopf des Firstbalkens eine geschnitzte Maske, männlicher Kopf.

15. Einfache Barockfassade. An der Türe des Keller- halses verzierte schmiedeeiserne Bänder. Im 1. Stock ist eine Stuckdecke, erhalten, deren Mitte die Krönung Mariä in der typischen Darstellungsform bildet: rechts Gott Vater, links Gott Sohn, die je mit der einen Hand Szepter bezw. Kreuz nach aussen, mit der andern die Krone über Marias Haupt halten, darüber im Strahlenkranz die Taube; aus den Wolken schauen Cherubimköpfe. Als Umrahmung dieses viereckigen Mittelbildes dient Bandwerkmuster und naturalistisches Zweigwerk; in den 4 Ecken ursprünglich je ein schwebender Genius, wovon noch zwei (einer mit Fackel, einer mit Blütenkörbchen als Symbol der Jahres- zeiten oder Elemente) erhalten sind. Auf der einen Seite sind sie samt dem dazwischen liegenden Umrahmungsstück der Decke weggeschlagen.

Von der Fürstenbergerhofstrasse aus bietet der Einblick in die Heringsbrunnengasse ein malerisches Strassenbild. Vergl. Neeb, Bilder aus dem alten Mainz, 2. Auflage, Tfl. XXXIV.