—. Emmeransstrasse. 35
Emmeransstrasse.
3.„Bibra'scher Hof.“ Hoftor, auf dessen Pfeilern Urnen stehen. Im Stil Louis XVI. Die Architektur gehört mit Grosse Bleiche 60/62(Gendarmeriekaserne), Reichklarakloster(Eingang vom Petersplatz) in eine Gruppe. Letztes Viertel des 18. Jahrh. Eine Bleistiftskizze des gotischen Ecktürmchens und Zinnen- kranzes des ehemals an dieser Stelle gestandenen Hauses D. 163, zum Pilgrim, ist im Besitze des Mainzer Altertumsvereins (vergl. Schaab I, 543 ff.). Diese Reste lagen nach der Spritzen- gasse zu.
8. Das aus diesem Hause stammende schmiedeeiserne Treppengeländer(zirka 1730— 40) mit den Initialen M. V. G., (M. v. Gudenus, vergl. Stadtbeschreibung von 1747, fol. 318. Nr. 1176— 924, Stadtbibliothek Mainz) befindet sich jetzt im Museum, Sammlung des Altertumsvereins,
9. Folgende Reste des älteren Hauses(Fachwerkbau) be- finden sich jetzt im Museum: Ein vollständiger Bodenbelag mit schönem Renaissancemuster(Blattwerk), s. Westd. Zeitschr., Museogr. 1896/97, S. 17 f. Auch geschnitzte hölzerne Fenster- umrahmungen(I. c. S. 18). Ferner ein Renaissancezieh- brunnen aus rotem Sandstein: Halbsäule, auf einem Sockel stehend, mit reichem Kapitäl; auf diesem ruht der die Rolle tragende Kragstein, dessen Seitenflächen mit Laubwerk verziert sind. Die Stirnseite des Kragsteines bildet eine s-förmige, dicke Volute, an der seitlich in Wappenschilden links eine Sonne, rechts das Brustbild eines bekränzten Mannes angebracht ist.
12 u. 12 ⁄1.„Zum Greiffenklauer Hof“,„zum Gibelichten Haus“(wegen der drei Giebel?) Schaab II, 261; I, 329, 471 und Gudenus II, 525. Eine ausführliche Beschreibung in antiquar. Wanderungen, fol. 179 f.
An der noch alten Fassade: Spätrenaissance-Giebelt mit Rollwerk; bei dem einen fehlen die Pyramiden(oder Kugeln), bei dem anderen sind sie falsch ergünzt. Zu vergleichen wäre die Giebelarchitektur am Aschaffenburger Schlosse, wo verwandte Umrahmung und Flächenfüllung. In Mainz käme noch der Giebel am alten Gymnasium in Betracht.(Einfluss Riedingers?) Der Schlusstein im Korbbogen des Portals ist mit Akanthus- ranken verziert. UÜber demselben in reicher ornamentaler Um- rahmung das Familienwappen der Greiffenklau(vielleicht aus späterer Zeit, 2. Hälfte des 17. Jahrh.). Neben dem Haupt- portal ein kleineres Bogenportal; am Schlusstein desselben ein Schild mit dem Mainzer Rad und dem Wappen der Greiffenklau. In der Torfahrt des Hauptportales links eine kleine Pforte mit
3*


