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Auch in der Arithmetik traten die praktiſchen Ziele in den Vordergrund, indem zwar auch Algebra durchgenommen wurde, vor⸗ zugsweiſe aber doch die praktiſchen Rechnungsarten des bürgerlichen Lebens die erſte Stelle einnahmen.
Praktiſchen Zwecken diente auch der Unterricht in der(lehrplan⸗ mäßig nicht eingeführten) darſtellenden Geometrie; in der theoretiſchen Geometrie gelangte man bis zu der Kongruenz und Aehn⸗ lichkeit der Figuren.
Der Unterricht in der lateiniſchen(und anfangs in der griechiſchen) Sprache ſollte die ſog.„Latiniſten“ für den Eintritt in ein Gymnaſium vorbereiten und wurde demgemäß nach den dort geltenden Geſichtspunkten erteilt, wie ſie in dem revidierten Lehrplan⸗ für die Gelehrtenſchulen vom 18. Januar 1847 niedergelegt waren.
Der Religionsunterricht ſcheint in Höchſt von Anfang an konfeſſionell geweſen zu ſein; ſonſt war er bis zum Jahre 1844 ein allgemeiner, der erſt durch Reſkript des Herzoglichen Staats⸗ miniſteriums vom 18. Januar 1844 vom Sommerhalbjahr an auf⸗ gehoben und durch einen konfeſſionellen Unterricht erſetzt wurde. Die unentgeltliche Erteilung desſelben gehörte zu den Pflichten und Dienſt⸗ obliegenheiten der Geiſtlichen.
Turnunterricht wurde ſeit Juli 1846 erteilt; es fehlte aber an den notwendigen Geräten. Auch war der Platz ſo beſchaffen, daß bei ungünſtigem Wetter überhaupt nicht geturnt werden konnte. Im folgenden Jahre wurde zwar der Platz mit Kies überſchüttet; Geräte wurden aber auch jetzt nur in ſehr beſchränktem Maße, und erſt nach längeren Verhandlungen, angeſchafft. In dieſem Jahre wurde auch im Main ein beſonderer Badeplatz für die Realſchule durch Umzäunung mit einem Balkengeländer hergeſtellt, ein regelmäßiger Schwimm⸗ unterricht aber wurde erſt viele Jahre ſpäter eingerichtet.
b) Von 1862 bis 1884.
Auch das Realſchulgeſetz vom 5. November 1861 ſtellte den prak⸗ tiſchen Zweck der Realſchulen an die Spitze, indem es anordnete, daß für Auswahl und Behandlung des Stoffes in erſter Linie ſeine An⸗ wendbarkeit in der Praxis der Gewerbetreibenden, dann erſt eine dieſen entſprechende allgemeine Ausbildung maßgebend ſein ſolle. Zu den Unterrichtsfächern trat ſeit 1865 die Chemie hinzu. Daneben wurde mit Zuſtimmung des Gemeinderates der Unterricht im Lateiniſchen für ſolche Schüler beibehalten, die ſich für den Beſuch eines Gymnaſiums vorbereiten wollten, und zwar mit anfangs fünf, dann ſechs Wochen⸗ ſtunden. Die„Latiniſten“ waren vom engliſchen Unterricht und von der jetzt durch den Lehrplan eingeführten darſtellenden Geometrie und


