noch der Erziehung entſpreche; auch bei der Ueberſiedlung der Schule in das neue Rathaus wurde aufs neue empfohlen, eine Trennung der Knaben und Mädchen in geſonderte Klaſſen herbeizuführen. Bei dem Mangel an Räumlichkeiten und wohl auch mit Rückſicht auf die ent⸗ ſtehenden Mehrkoſten wurde aber die bisherige Einrichtung des gemein⸗ ſchaftlichen Unterrichts beibehalten.
Daneben ruhten auch nicht die Beſtrebungen, die auf Ausgeſtaltung der Realſchule zu einer höheren Lehranſtalt nach preußiſchen Grund⸗ ſätzen gerichtet waren; und ſie mußten an Stärke gewinnen, je mehr mit dem Aufblühen der chemiſchen Induſtrie auch die Stadtgemeinde Höchſt eine ungeahnte Entwicklung nahm und an finanzieller Kraft gewann. Die über dieſe Angelegenheit gepflogenen Verhandlungen führten im Frühjahr 1884 endlich zum Ziele, indem der Herr Miniſter der geiſt⸗ lichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten ſeine Genehmigung zur Errichtung eines Realprogymnaſiums erteilte, das Oſtern 1884 mit der Klaſſe Sexta an Stelle der eingehenden vierten Realſchulklaſſe ins Leben treten und ſukzeſſive die bisherigen Realſchulklaſſen erſetzen und bis Oberſekunda weitergeführt werden ſollte. Das hauptſächlichſte Ver⸗ dienſt an dieſer Neuordnung der Schulverhältniſſe gebührte der Aktien⸗ geſellſchaft Farbwerke vormals Meiſter, Lucius und Brüning, die unter beſtimmten Vorausſetzungen ſich durch Vertrag mit der Stadtgemeinde auf zehn Jahre verpflichtete, jährlich einen Beitrag von 5000 Mark zu den Unterhaltungskoſten der Anſtalt zu leiſten, auch einen einmaligen Einrichtungsbeitrag von 3000 Mark zu zahlen. Außerdem übernahm die Geſellſchaft eine Garantie des angeſetzten Schulgeldertrages— 15,300 Mark— in der Weiſe, daß ſie ſich bereit erklärte, denjenigen Betrag an die Stadt zu zahlen, den dieſe durch Mindereinnahme an Schulgeld mehr als 17,175 Mark jährlich zu den Koſten des Real⸗ progymnaſiums zuzuſchießen hatte.
So begann Oſtern 1884 die Umwandlung der Realſchule in das Realprogymnaſium, und die letzte Klaſſe der alten Realſchule wurde Oſtern 1887 geſchloſſen.


