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Die bisher von Eichhoff gezahlten 30 fl. wurden auf die Stadtkaſſe übernommen; die Landesſteuerkaſſe leiſtete von jetzt an einen Zuſchuß von 250 fl. Die Schülerzahl betrug bei Eröffnung der Realklaſſe 15 im Alter von 10 bis 17 Jahren, ſo daß verſchiedene Abteilungen gebildet werden mußten, die in einem Zimmer unterrichtet wurden. Sämt⸗ liche Schüler bis auf zwei aus Nied waren von Höchſt; eine von dem Schulinſpektor bei den umliegenden Ortſchaften veranſtaltete Umfrage hatte ein durchaus negatives Ergebnis. Die Anſtellung eines zweiten Lehrers fand nicht die Genehmigung der Regierung; vielmehr wurden einige Elementarlehrer mit der Erteilung von Unterrichtsſtunden beauf⸗ tragt. So mußte es denn dabei bleiben, daß die drei Abteilungen von einem Lehrer gleichzeitig unterrichtet wurden.
Das hauptſächlichſte Hindernis für eine gedeihliche Entwicklung der Schule lag in dem Mangel an den nötigen Mitteln, ſo daß der Schulinſpektor ſich im Oktober 1844 genötigt ſah, der Regierung ſeine Bedenken zur Erwägung vorzulegen und für Oſtern 1845 die Aufhebung der Realſchule vorzuſchlagen, falls nicht die zu ihrer Erhaltung und Erweiterung nötigen Mittel aus der Staatskaſſe beſtritten werden könnten. Zwar wurde nun ein Zuſchuß von 600 fl. aus der Landes⸗ Steuerkaſſe bewilligt; aber die Kriſis, in der ſich die Anſtalt befand, war dadurch nicht beſeitigt. Denn als Oſtern 1845 der Reallehrer Becker zum Lehrer der neueren Sprachen am Gymnaſium in Weilburg ernannt worden war, forderte die Regierung ſelbſt ein Gutachten des Schul⸗ inſpektors darüber ein, ob nicht die Realſchule mit Rückſicht auf die geringe Schülerzahl— 15— vorläufig und bis auf weitere Verfügung aufzuheben ſei. In drei Berichten trat jetzt der Schulinſpektor für die Erhaltung der Schule ein, und ſo wurde im Mai 1845 der Kandidat der Realſchulwiſſenſchaften Ferd. Schübler von Weilburg mit der provi⸗ ſoriſchen Verſehung der Reallehrerſtelle beauftragt. So war der Fort⸗ beſtand der Realſchule wenigſtens in der bisherigen Form, einſtweilen ſichergeſtellt, wenn auch die finanzielle Lage immer noch eine ſehr zweifelhafte war, da der Stadtvorſtand im Juli 1845 aufs neue erklärte, daß die Stadt außerſtande ſei, einen höheren Zuſchuß zu leiſten, als den bisherigen, der vom 1. Januar 1844 bis zum 30. Juni 1845 533 fl. 45 Kreuzer betragen hatte. Eine Zuwendung aus der Staatskaſſe zur Vermehrung des Lehrapparates konnte an dieſer mißlichen Lage nichts ändern.
Ein weſentlicher Schritt vorwärts erfolgte durch die Verfügung der Landes⸗Regierung vom 26. Mai 1846, wodurch beſtimmt wurde, daß 1) eine zweite Klaſſe hinzugefügt, und 2) Parallelunterricht in der griechiſchen und lateiniſchen Sprache eingerichtet werde. Zugleich wurde der bisherige Vorſteher des Privatlehrinſtituts Chr. Eichhoff zum erſten und(an Stelle des nach Diez verſetzten Reallehrers Schübler) der


