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Worte gefaßt werden, ſogleich lateiniſch nach den bewaͤhrteſten Muſtern zu geſtalten ſich bemüht, nur dazu dienen, um ihn der lateiniſchen Diction und den claſſiſchen lateiniſchen Schriftſtellern noch mehr zu naͤhern, um ſeine Denkform der ihrigen zu aſſimiliren und alſo auch ihr rechtes und volles Verſtaͤndniß zu erleichtern. Mag es auch ſein, daß die von der Mutterſprache her angewoͤhnte Denkweiſe in ſeiner Diction noch immer da ſichtbar wird, wo es der ateiniſche Sprachgebrauch nicht zulaͤßt, ſo giebt dieß gerade dem Lehrer Gelegenheit, auf die Abweichungen beider Sprachen aufmerkſam zu machen und es wird dieß mit weit groͤßerem Erfolg geſchehen und weit eindringlicher wirken, wenn der Lernende ſchon durch ſeine eignen Verſuche, lateiniſch zu denken, ein viel deutlicheres Gefuͤhl fuͤr den Unterſchied beider Sprachen gewonnen hat, als er durch bloße Betrachtung und Zerlegung der fremden von Seiten des Lehrers je erlangen kann.*) Muß uͤberall das ſynthetiſche Verfahren mit dem analytiſchen verbunden werden und iſt in anderen Faͤllen jenes wenigſtens eben ſo wirkſam als das letztere, ſo gilt dieß auch von der Uebung im lateiniſchen Componiren und es wuͤrde Thorheit ſein, eine fuͤr das Verſtaͤndniß der Schriftſteller ſo wichtige Uebung gerade dann aufzugeben, wenn der Schuͤler uͤber die ſclaviſche Nachbildung ſich erhoben hat und auf eine freiere Art im lateiniſchen Ausdruck ſich zu bewegen im Stande iſt. Wie wuͤrde auch die Thaͤtigkeit auf dieſem Felde, ich meine in lateiniſchen Compoſitionen, in den niederen Stufen des Unterrichts herabſinken und gelaͤhmt werden, wenn der Schuͤler vorausſaͤhe, daß dieſe Uebung in den oberen Stufen des Unterrichts nachlaſſen oder ganz aufhoͤren werde und wenn ihm alſo keine Gelegenheit gegeben wuͤrbe, theils das fruͤher muͤhſam Erlernte, theils das taͤglich bei der Leſung der Schriftſteller neu ſich Darbietende dann anzuwenden, wann er weit mehr als fruͤher dazu faͤhig geworden iſt! Wollte man aber alles das verwerfen und fuͤr nachtheilig halten, was nur unvollkommner Weiſe von der Jugend geleiſtet werden kann, ſo muͤßte man auch die Uebung in freien deutſchen Aufſaͤtzen fuͤr unzweckmaͤßig erklaͤren. Denn in dieſen bleiben die Leiſtungen der Schuͤler auch auf den oberſten Stufen der Gymnaſien noch oft hinter den zu machenden Forderungen zurück. Selbſt manchen talentvollen Schuͤlern wird es ſchwer, in ihrer eigenen Mutterſprache Angemeſſenes oder nur Ertraͤgliches zu Stande zu bringen und wenn auch durch nie nachlaſſende Bemuͤhung des Schuͤlers und die fortwaͤh⸗ rende Anregung und Beurtheilung des Lehrers viel geleiſtet werden kann, ſo werden doch die Arbeiten des Juͤnglings in der Regel noch den Stempel der Unvollkommenheit an ſich tragen. Auch bei der ſchriftlichen Ueberſetzung der alten Claſſiker, welche Beneke ſelbſt ſehr lebhaft
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*) Rhetorik als Syſtem im Zuſammenhang vorzutragen, koſtet viel Zeit, ohne daß der Gewinn ſehr hoch anzuſchlagen ſein möchte. Aber immer muß Theorie und Praxis verbunden werden.


