Aufsatz 
Eine Italienfahrt im Frühling / von Müller
Entstehung
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Jede Turnklasse hatte wöchentlich 3 Unterrichtsstunden.

Das Gymnasium besitzt eine schön eingerichtete, in der Nähe gelegene Turnhalle mit anstossendem freien Platze.

Bei günstigem Wetter wurde möglichst im Freien geturnt und öfters auch gespielt. Leider ist der freie Platz vor der Turnhalle wegen seiner geringen Breite und ungünstigen Begrenzung zu Ballspielen ungeeignet.

Die unteren Klassen sowie der aus Schülern der Klassen I bis III bestehendeVerein für deutsche Spiele pflegten ausserhalb der Schulzeit noch eifrig das Turnspiel, teils auf dem Platze vor der Turnhalle, teils auf einem städtischen Anger, teils in den an die Stadt angrenzenden Gehölzen.

Die bevorzugten Spiele waren:

Bei den Schülern aus VIu. V: Räuber und Fänger, Drittenabschlagen, Mützenball, Schlagball, Tag und Nacht, schwarzer Mann; IV, III2: Kriegsspiel, Drittenabschlagen, Bärenschlag, Barlauf, Jagdball, Schleuderball. des Vereins für deutsche Spiele: Lawn-Tennis, Faustball, Fussball, Jagd- ball, Schleuderball, Barlauf, Pilumwerfen, Sehnitzeljagd.

Unter der Aufsicht des Direktors und des Tarnlehrers Brückel besteht noch einGymnasial-Turnverein aus Schülern der Klassen Ii bis III. In wöchentlich 2 1 ½ Stunden und in einer der Ausbildung von Vorturnern gewidmeten Stunde hat er den Leibesübungen mit Fleiss obgelegen und auch das Turnspiel nicht vernachlässigt.

Die mit dem Turnunterricht betrauten Lebrer hielten mit den freiwillig spielenden und turnenden Schülern stets die nötige Fühlung.

Das Königliche Gymnasium besitzt auch eine neben der Turnhalle gelegene, grosse Bade- und Schwimmanstalt, in welcher der Schuldiener Weinbrenner unter Mitwirkung eines Gehülfen den Schwimmunterricht leitet und den gesamten Betrieb beaufsichtigt. Leider wurde Anfang Juli die Schwimmanstalt durch Hochwasser zertrümmert, so dass der Schwimmunterricht eingestellt werden musste.

Die Lahn bot nur an wenigen Tagen vor Weihnachten den Schülern Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen; dagegen gewährte der Eisspiegel über einer bewässerten Wiese nicht weit von der Stadt in diesem Winter mehrmals das Vergnügen des Eislaufes.