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Aber es erheben sich noch ganz andere Gegner wider die behauptete Befugnis der Realgymnasien zur Vorbereitung für das Studium der Arzneikunde. Ein gewichtiger unter denselben fasst mich bei meinem eigenen frühern Ausspruche, wornach ich dem historischen Entwickelungsgange das Wort rede.—„Wo „bleibt da bei unsern künftigen Aerzten das Studium der griechischen „Koryphäen in der Medicin?“ Bevor ich auf die Widerlegung dieses und eines damit in enger Beziehung stehenden Einwurfes eingehe, sey es mir erlaubt, dem Vertheidiger des Bisherigen auf einen Augenblick das Feld zu räumen, um mit demselben Rechte bei ihm darauf zu dringen, dass künftig in den Gymnasien das Arabische getrieben werde, weil mir derselbe gewis gern zugesteht, dass für die Geschichte der Medicin das Studium der ältern arabischen Aerzte von nicht geringerer Wichtigkeit ist; wo ich es ihm dann überlasse, sich mit den Gymna- sien über diesen neuen Zuwachs an Sprachstudien zu vereinigen. Sehen wir aber jetzt von der Undurchführbarkeit dieses Anspruches ab und fragen wir einmal mit auf das Herz gelegter Hand, wie es denn wohl im Durchschnitt um das Stu- dium des Hippokrates und Galen in der Ursprache von Seiten der ausübenden
Kerzte stehe. Wenn man selbst von den gangbarsten Aphorismen des Hippo-
krates die Ausgaben seit dem Wiederaufleben der Wissenschaften mit der wahrscheinlichen Zahl der Aerzte vergleicht, welche seitdem gelebt und die vollen griechischen Vorkenntnisse zu deren Studium von der Schule mitgebracht haben, so muss je ein Exemplar in sehr vielen Händen gewesen, also wenig-
stens sehr geschont worden sein, wenn einigermassen ein Gleichgewicht heraus
springen soll. Uebrigens liegt dieser Erwiderung, die bloss meinem obigen Gegner gilt, von meiner Seite auch nicht der entfernteste Vorwurf gegen den Arzt zu Grunde; denn ich bin des Glaubens, dass, mit Ausnahme des Gelehrten, der Ausübende in Wahrheit schon seit langer Zeit so viel Anderes zu studiren hat, dass ihm schwerlich die nöthige Musse zum Lesen jener alten Aerzte übrig bleibt und dass, wenn später das Griechische ihm nicht mehr ganz geläufig seyn sollte, ihm die Benutzung einer getreuen Uebersetzung für nichts weniger als eine Sünde anzurechnen sey, da es bei einer exacten Wissenschaft sich nicht sowohl um die Darstellung als um die Sache handelt. Auch ist wohl die Frage erlaubt, ob denn nicht die dort niedergelegten Resultate seit mehr 3


