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Faden, welche im Verein mit der immer wirksamen transversalen Erregung Anlass genug zu Aus- biegungen des Fadens geben können. Endlich hat Valérius an dünnen Lamellen, welche an einem Ende frei, am anderen dem Einfluss der Parallelkomponente in der Parallelstellung ausgesetzt waren, die schönsten Transversalschwingungen auch dann erreicht, wenn die Lamelle vertikal lag. In diesem Falle ist es also eben so leicht wie vorher, Wüllners Erklärung zu ergänzen, die sich eben nur auf einen ganz speciellen Fall bezieht. UÜbrigens findet sich Herr Elsas später veran- lasst, den Hauptgedanken Wüllners doch beizubehalten(a. a. O. S. 26 unten) und nur noch eine Kleinig- keit daran zu ändern. Er würde vielleicht auch dies unterlassen haben, wenn er das Weitere in Wüllners Lehrbuch Bd. I S. 488 beachtet hätte, wo gezeigt wird, wie durch Parallelimpulse transversale Schwingungen entstehen können, wozu auch Savarts zahllose Versuche über die Mit- teilung von Schwingungen die interessantesten Belege geben.
In§. 7 der betr. Dissertation wird eine„neue“ Erklärung der Schwingungs-Erscheinungen, welche bei 144 Parallelstellung der Stimmgabel auftreten, versucht:„Der Faden vollfihrt Longi- kudinalschwingungen, welche sich beim Auftreten von Transversalschwingungen mit diesen kombinieren“. Da wir Postulas Ansicht über den Einfluss der Parallelverschiebungen kennen, so werden wir keinen Augenblick über die„Neuheit“ der Elsasschen Theorie im Zweifel sein. Ehe man aber diesen Verschiebungen den Namen„obligatorische Fadenschwingungen“ gab, wäre es erforderlich gewesen, zunächst die longitudinalen Eigenschewingungen eines solchen Fadens zu studieren. Mir ist es nie gelungen, einem derartigen Gebilde eine longitudinale Schwingung zu entlocken; wenn es der Fall gewesen wäre, so hätte die Schwingungszahl eine ausserordentlich hohe sein müssen. Herr Elsas stellt jedoch seine Hypothese von obligatorischen Longitudinalschwingungen auf und giesst sie sofort in dieselbe Gleichungsform, welche er vorher für transversale obligatorische Schwingungen erhalten hat.(S. 23.) Ohne jegliche eingehendere Untersuchung über die Zulässigkeit dieses Verfahrens werden nun primäre, sekundäre und tertiäre Schwingungsformen mit den hypothetischen Longitudinalschwingungen kombiniert und eine Anzahl von Schwingungskurven bestimmt. Auf Postulas Anschauung basierend, habe ich oben dieselben Schwingungskurven unter anderen, jedenfalls zuverlässigeren Voraussetzungen erhalten. Daraus folgt aber ohne weiteres, dass Herr Elsas die Kurven nicht als Beweis für die Richtigkeit seiner Hypothese brauchen kann. Zwar wird(S. 24) ver- sucht, durch Kombination azweier Gabeln,5*) von denen die eine parallel, die andere transversal schwingt, die Gegenwart von longitudinalen Schwingungen hervorzurufen; das Resultat besteht natürlich nur aus Postulas parallelen Verschiebungen, und wir glauben Herrn Elsas gerne, dass es ihm nicht gelungen ist(S. 25) einen Knotenpunkt der longitudinalen Schwingung zu finden. Es ist mir auch nicht, gelungen, und ich habe den Faden noch länger als 2 m(dabei hat sich Herr Elsas beruhigt!) gewählt.
Die letzteren Bemerkungen beziehen sich zunächst auf die experimentelle Behandlung des Problems. Theoretisch muss man, wie dies stets geschieht, von der Resonanzbewegung eines Stabes
5¹) Diese Anordnung wird in der Abhandlung Helmholtz zugeschrieben, wäührend doch zuerst Melde das Wesen dieses Stimmgabelapparates in seiner„Lehre von den Schwingungskurven“ besprochen und durch eine Abbildung ver-
sinnlicht hat. 4*


