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die Wildkatze, der Wolf, der Fuchs neben dem massigen, wollhaarigen, mit zwei Hörnern ausgerüsteten Rhinozeros antiquitatis hausten. Nur zeitweilig suchten diese Tiere die Steppe auf, die zum Teil eine grosse Grasebene darstellte, zum Teil auch von waldartig dichtgedrängten Pflanzen, blühenden Kräutern von wundersamer Höhe bedeckt war, wie es in den heutigen Krautsteppen Innerasiens der Fall ist. Auf ihr lebten die kleine plumpe Saigaantilope, der mit schlanken Hörnern versehene Wisent, die Springmaus, das Steppenmurmeltier, das Stachelschwein, der Halsbandlemming, die Pfeifhasen und die Zieselmäuse. Endlich schwärmten noch wilde Pferde und wilde Esel in Herden umher. Diese Steppenbewohner waren dieselben Tiere, die heute noch der russischen und sibirischen Steppe angehören und das freie, wenig coupierte Terrain der Steppen- landschaft lieben. Ueber diese Steppe, die zu Zeiten dürr war, gingen die Sandwehen, jene furchtbaren Sand- und Staubstürme, welche alles in einen undurchdringlichen Schleier hüllten und mit ihren Staubwolken die dürren Gräser und Pflanzen ganz über- puderten, bis eine ganze Generation Gras begraben lag. Auf dieser bildete sich wieder eine neue, die dann zu ihrer Zeit abermals verschüttet wurde. Viele Jahrtausende hindurch hatte sich dieser Vorgang wiederholt, bis der feine, mehlartige Staub sich derartig angehäuft hatte, dass er den Steppenboden langsam aber stetig immer mehr erhöhte und zu den sogenannten Lössablagerungen führte, die heute das ganze Hügel- land der Rheinebene bedecken. Die schwereren zurückbleibenden Sandmassen wurden zu Dünen aufgetürmt, wie man sie fast in der ganzen oberrheinischen Tiefebene, besonders in der Umgebung von Mainz, Ingelheim, Darmstadt und an der Bergstrasse vorzüglich beobachten kann.
Farblose, weisse oder gelbliche, oder auch mit Eisenoxyd überzogene rote Quarz- körnchen bilden die Hauptbestandteile des Sandes, denen sich noch etwas Ton, Feldspat, Glimmer, Magneteisen, Hornblende, Epidot, Apatit, Zirkon und ein bedeutender Gehalt von Karbonaten beimischt, weshalb auch diese Sande beim Uebergiessen mit Salz- säure lebhaft aufbrausen. Häufig stellen sich noch mannigfache Kalkkonkretionen ein, die man wegen der Aehnlichkeit mit verwitterten Knochen„Beinbrech“ genannt hat. Dieses Beinbrech kommt dadurch zustande, dass das kohlensäurehaltige Wasser den gelösten doppeltkohlensauren Kalk an organischen Resten wie Wurzeln und dergleichen abscheidet, diese damit überzieht und die durch die Verwesung der organischen Substanz entstandenen Hohlräume vollständig ausfüll. An der Oberfläche der Dünen ist der Flugsand durch die Auslaugung vermittels des Regenwassers mit Ausnahme der Seiten vollständig kalkfrei. Ueber das Zustandekommen dieser Dünenzüge durch den Wind wird niemand mehr zweifeln, der diese Gebilde und ihre gegenwärtige, leichte Beweg- lichkeit im Winde gesehen hat, doch wird diese Entstehungsweise noch durch die An- wesenheit der sogenannten„Dreikanter“ bestätigt. Es sind dies Geschiebebrocken, die an der der Windrichtung zugewandten Seite mehrere scharfkantige Flächen aufweisen, die durch die Millionen Sandkörnchen, die wie kleine Projektile ununterbrochen auf den Stein schlagen und durch ihre summierten Arbeitsleistungen wirken, abgeschliffen wurden. Die Entstehung der Dreikanter kann gegenwärtig in der Wüste und den öden Land- strichen beobachtet werden. Durch die Kleinheit der Körnchen und durch ihren losen Zusammenhang sind die Flugsande dem Winde ganz zu Willen und in fortwährender Bewegung. Sie setzen der Bildung einer festen Pflanzendecke die grössten Hindernisse entgegen und verleihen dadurch der Gegend, in der sie in grösseren Massen auftreten,


