Aufsatz 
Die geologischen Verhältnisse von Alzey und seiner Umgebung. Eine historisch-geologische Skizze
Entstehung
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vor und beteiligten sich in so hervorragender Weise an der Zuschüttung des Sees, dass am Ende der mittleren Diluvialzeit die ganze oberrheinische Tiefebene mit Deltaschutt vollkommen ausgefüllt war. Der See war ganz verschwunden, und nur in der Mitte blieb ein schmaler Flusslauf, der heutige Rhein übrig, dem Main und Neckar als Neben- flüsse zuströmten. Diese vorerwähnten diluvialen Gebilde waren zu ganz gewaltiger Höhe aufgeschichtet worden, wie ein Bohrloch bei Mannheim, das bei 175 m Tiefe das Ende dieser Ablagerung noch nicht erreicht hatte, dartut. Wie aus allen bis jetzt geschehenen Tiefbohrungen und aus zahlreichen anderen Aufschlüssen hervorgeht, bilden mächtige Ton- und Lettenschichten die Grundlage des Diluviums, auf der ein nach Lagerung und Mächtigkeit höchst unregelmässiger Wechsel von Kies, Geröllen, grobem und feinem Sand, tonreichem Sand, Letten und vereinzelten kolossalen Blöcken, die wahrscheinlich durch Eisschollen dahin transportiert worden sind, aufgelagert ist. Diese diluvialen Gebilde stammen aus den Alpen und den Randgebirgen und werden heute nicht nur in der oberrheinischen Tiefebene sondern auch auf den Hängen der Rand- gebirge, wie z. B. am Südrande des Taunus und des Rochusberges gefunden. Sie belehren uns, dass die Rheinebene. damals höher gelegen haben musste als heute, und erleichtern das Verständnis für die gewaltige Erosionstätigkeit des Rheins durch das rheinische Schiefergebirge.

Von jetzt ab war das Klima wieder mannigfachen Schwankungen unterworfen. Es war wieder wärmer geworden und eine kräftige, streckenweise an den Urwald erinnernde Busch- und Waldvegetation hatte von dem Gebiete des Mainzer Beckens Besitz ergriffen und dasselbe zu einer reizvollen Landschaft umgewandelt, die von einer eigenartigen Tierwelt und dem Menschen belebt wurde. In ganz hervorragender Weise waren die Säugetiere vertreten. Da waren das Rhinozeros Merckii, das Flusspferd Hippopotamus major, das dem heutigen Nilpferd verwandt aber grösser war, das Mammut und der Urelephant Elephas antiquus, welcher bei einer Höhe von über 5 m das grösste Landsäugetier aller Zeiten und aller Länder darstellte. Nicht weniger stattlich aber an Zahl den Dickhäutern überlegen waren die Wiederkäuer, die ausser dem Edelhirsch, dem Reh, dem mit einem bis 2,50 m weitausgestreckten, auf langen Stangen sitzenden Schaufelgeweihe versehenen Elch Alces latifrons und dem dem amerikanischen Wapiti ähnlichen Maralhirsch noch den langgehörnten Wisent Bison priscus und den Urochs Bos primigenius zu den ihrigen zählten. In Herden waren das viel kräftigere Wildpferd und die Wildschweine vereinigt, und gewaltige Raubtiere wie der Höhlenbär, der Höhlen- tiger und der Höhlenlöwe bewohnten in ganz erstaunlicher Anzahl die Höhlen der Gebirge, wie die grossen Knochenansammlungen in den Höhlen zur Genüge beweisen, Auch der Dachs und der Luchs hatten sich eingefunden, und an den Gewässern hatten zwei Biberarten und eine Wasserratte ihre Wohnstätten aufgeschlagen.

Wiederum waren die klimatischen Verhältnisse andere geworden, da die Zufuhr feuchter Luft abgenommen hatte und ein trockenes und kälteres Klima von neuem einsetzte. Die Bewaldung ging zurück und beschränkte sich nur auf die ärmlichen Gewässer. Die Landschaft verwandelte sich ganz allmählich in eine Steppenlandschaft, die den innerasiatischen Steppen glich und sich über ganz Europa, von Frankreich bis tief nach Asien hinein erstreckte. Die Nachbargebirge des Taunus und des Odenwaldes waren bewaldet und die Ränder der die Steppen durchschneidenden Flüsse mit Bäumen, Buschland und Mooren umsäumt, in denen das Mammut, der Elch, der Edelhirsch,