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Melolontha, Fabr.
1. M. vulgaris, Fbr., 10— 43“ lang, Halsſchild ſchwarz, zuweilen röthlich⸗ braun, Flügeldecken röthich⸗gelbbraun. 6
Dieſer unter dem Namen Maikäfer allgemein bekannte Käfer wird in man⸗ chen Jahren und Gegenden zur wahren Landplage, wenn er nämlich in Maſſe auf⸗ tritt. In einzelnen Jahren, die als Maikäferjahre bezeichnet werden und ſich ge⸗ wöhnlich in regelmäßigen Zwiſchenräumen von 3—4 Jahren wiederholen, iſt dies faſt überall der Fall, während in den dazwiſchenliegenden Jahren nur wenige Käfer zu ſehen ſind. Am Mittelrheine, im ſüdl. Deutſchland und in Frankreich iſt die Flugperiode eine dreijährige und fällt auf die Jahre, deren Zahl durch 3 ohne Reſt theilbar iſt, alſo z. B. auf 1869, 1872, 1875 u. ſ. w., während ſie weiter nach Norden eine vierjährige iſt, wie z. B. um Berlin 1828, 1832, 1836 u. ſ. w.
Der Grund dieſer verſchiedenen Entwickelungsperiode iſt wahrſcheinlich in den verſchiedenen Wärmeverhältniſſen der genannten Gegenden zu ſuchen.— Nicht nur die Käfer ſelbſt werden ſchädlich, indem ſie die Blätter faſt aller Laubbäume und in der Noth auch die Nadeln der Fichten und Lärchen freſſen, ſondern auch ganz beſonders die unter dem Namen Engerlinge bekannten Larven, welche im Bo⸗ den durch Abfreſſen der Wurzelfaſern unſern Culturgewächſen empfindlichen Schaden zufügen können, den wir meiſtens erſt dann bemerken, wenn es zu ſpät iſt,
Das Weibchen dieſes Käfers gräbt ſich, wenn die Zeit des Eierablegens kömmt, 4—8 Zoll tief in die Erde an Stellen, wo der Boden locker iſt. Auf den Grund des gegrabenen Loches legt es 12—30 längliche, etwas plattgedrückte, weiße Eier. Da ein Weibchen nach vorgenommenen Unterſuchungen 60—80 Cier führt, ſo muß dieſer Vorgang einigemal wiederholt werden, worauf es ſtirbt. Nach 4—6 Wochen kommen die Larven aus und erreichen im erſten Jahre eine Länge von 8—9 Linien. Ende September graben ſie ſich tiefer ein und halten Winterſchlaf. Nachdem ſie ſich im nächſten Frühjahre wieder nach oben begeben und ihrer Gefräßigkeit gefröhnt
aben, häuten ſie ſich zum erſtenmale, zu welchem Zwecke ſie wieder tiefer gehen.
mmer größer wird nun ihre Freßgier und gegen den Herbſt verfallen ſie in große⸗ rer Tiefe abermals in Erſtarrung. Nachdem ſich der gleiche Vorgang im 3. Jahre wiederholt hat, erreicht die Larve eine Länge von 1 ½ Zoll und iſt nun ausgewach⸗ ſen. Zur Verpuppung, welche manchmal ſchon im Juni, öfters aber erſt im Auguſt und September des dritten Jahres eintritt, begibt ſie ſich wieder tiefer in die Erde. Vor Eintritt des Winters kömmt aus der Puppe der Käfer, bleibt aber bis zum nächſten Frühjahre in der Erde. In milden Wintern kommen wohl hie und da einzelne, von der Wärme verlockt, zum Vorſcheine..
Zur Verhütung des großen Schadens, den die Engerlinge im Boden an⸗ richten, iſt es nothwendig, die Käfer in ſogen. Flugjahren am Morgen, wo ſie be⸗ täubt ſind, von den Bäumen zu ſchütteln und zu vertilgen und zwar möglichſt bald nach ihrem Erſcheinen, damit das Eierablegen verhütet wird,—
2. M. albida, Dej., 10— 12““ lang, dem Vorigen ähnlich, aber auf dem Kopfe und Halsſchilde filzig behaart; auf Weiden, Pappeln, Eichen, auch am Weinſtocke,
3. M. hippocastani, Fabr., 10— 12“ lang, ſchwarz, Kopf, Halsſchild, Beine und Flügeldecken röthlich⸗gelbbraun; ſeltener, als die Vorigen und etwas früher erſcheinend..—


