Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : Fortsetzung
Entstehung
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Aus der dritten Claſſe ſtarb Michael Kölſch von Bingen am 5. December 1871.

Aus der zweiten Claſſe blieb Adolph Brück von Fürfeld zu Anfang des Winterhalbjahres ohne irgend eine Austrittsanzeige weg.

Aus der unteren Abtheilung der erſten Claſſe trat 1 auswärtiger Schüler ſchon nach den erſten Wochen des Sommerhalbjahres wegen Kränklichkeit aus; 1 auswärtiger Schüler trat zu Anfang des Winterhalbjahres als Lehrling in ein Handelshaus.

Aus der oberen Abtheilung der erſten Claſſe traten die Repetenten Sieben, Georg, von Bingen und Weber, Adam, von Bingen, welche ihre Entlaſſungszeugniſſe bereits im Mai 1870 erhalten, aber ſeitdem die Anſtalt noch fortbeſucht hatten, zu Anfang October's 1871 in das Polytechnicum zu Darmſtadt über; Bernd, Franz, von Gaulsheim trat kurz vor der hieſigen öffentlichen Prüfung in das katholiſche Lehrerſeminar zu Bensheim.

Mit dem Schluſſe des Sommerhalbjahres zu Ende September's wurden folgende 5 Schüler nach Vollendung des ganzen Curſus entlaſſen:

1. Cahn, Wilhelm, von Naſtätten, 16 ½ Jahre alt;

2. Jonas, Heinrich, von Bingen, 16 Jahre alt;

3. Jung, Karl, von Kempten, 17 Jahre alt;

4. Müller, Karl, von Büdesheim, 16 Jahre alt; 5. Saam, Adolph, von der Neumühle, 17 ¼ Jahre alt.

Die Vorſtehenden erhielten die aus der Cenſurliſte und aus der mit ihnen abgehaltenen Abgangsprüfung er⸗ mittelten Noten der Reife und zwar einer die erſte, vier die dritte Note. Bei ihrem Abgange erhielten ſie die in der Lehrerconferenz vom 26. September feſtgeſtellten Zeugniſſe behufs der Meldung zum einjährig freiwilligen Militärdienſte.

Mit dem Schluſſe des Schuljahres verlaſſen folgende Schüler der oberen Abtheilung der erſten Claſſe die Anſtalt, nachdem ſie den Curſus beendigt haben:

. Berney, Abraham, von Ebersheim, 18 Jahre alt; Eis, Salomon, von Bingen, 15 ¾ Jahre alt; Kullmann, Karl, von Bingen, 16 ¾ Jahre alt; Müller, Anton, von Bingen, 15 ½ Jahre alt; Müller, Heinrich, von Büdesheim, 14 1, Jahre alt; Mundſchenk, Heinrich, von Bingen, 15 ½ Jahre alt; Mundſchenk, Karl, von Bingen, 15 12 Jahre alt; Reiß, Julius, von Darmſtadt, 15 Jahre alt; . Rheinländer, Julius, von Knittelsheim, 16 Jahre alt;

10. Scholl, Franz, von Bingen, 16 Jahre alt.

Sie unterzogen ſich einer Abgangsprüfung am 2. April, aus deren Ergebniß ſowie aus den Noten der Cen⸗ ſurliſte die Noten der Reife für ſie beſtimmt wurden. Darnach erhielten ſieben derſelben die zweite Note und drei die dritte Note. Sie alle erhielten ebenfalls ihre in der Lehrerconferenz vom 9. April feſtgeſtellten Zeugniſſe behufs der Meldung zum einjährig freiwilligen Militärdienſte.

Von den 5 im Herbſte Abgegangenen widmen ſich 4 dem Kaufmannsſtande, 1 dem Mühffach.

Von den mit dem Schluſſe des Schuljahres abgehenden 10 Schülern gedenken 7 die Handlung zu erlernen, 1 hat ſeine Lehrzeit als Kaufmann bereits vor dem Eintritt in die erſte Claſſe der Anſtalt beendigt, 1 gedenkt ſich dem Schifferſtande und 1 einem techniſchen Berufe zu widmen.

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4. Chronik der Anſtalt.

Bei dem Beginn des neuen Schuljahres hatte das Lehrercollegium der Anſtalt ſeinen Senior verloren; der Geſanglehrer Georg Johann Buſch war am 28. Mai in den letzten Tagen der Ferien geſtorben. Die hier anweſenden Lehrer und Schüler hatten ihm am 30. Mai das Ehrengeleite zur letzten Ruheſtätte gegeben und hatten am 31. Mai dem in der Pfarrkirche für ihn abgehaltenen Trauergottesdienſte beigewohnt. Seinem Andenken ſei hier eine kurze Ueberſicht ſeines Lebensganges geweiht.

Georg Johann Buſch, der älteſte Sohn des Oekonomen Lorenz Buſch zu Groß⸗Steinheim, war geboren am 7. Mai 1793, erhielt ſeine muſikaliſche Ausbildung unter der Leitung des Hofrathes Andrée in Offenbach und folgte 1836 einer Berufung hierher als Organiſt und Geſanglehrer. Als 3 Jahre ſpäter die hieſige Realſchule ge⸗ gründet wurde, erhielt er auch an dieſer den Geſangunterricht, neben welchem er auch einzelnen Schülern Privatunter⸗ richt in Clavier, Violine, Flöte und andern Inſtrumenten ertheilte. Er war neben gründlicher theoretiſcher Bildung auch ein vielſeitig praktiſcher Muſiker. Während der erſten Jahrzehende ſeines hieſigen Aufenthaltes war er auch als techniſcher Leiter des hieſigen Cäcilienvereins thätig. Als Componiſt und Arrangeur blieb er in ſteter Verbindung mit der Andrée'ſchen Muſikalien⸗Handlung in Offenbach. Seine harmloſe Gutmüthigkeit ſchützte ihn vor der Feindſchaft