Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : A, II: Amphibien und Fische
Entstehung
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4 im Herbſte und 2 im Laufe des Winterhalbjahres in das Geſchäftsleben über. Von dieſen haben ſich 1 dem Schreib⸗ und Rechnungsfache, 1 dem Küfergeſchäfte, die 5 übrigen dem Handelsfache gewidmet. Die in der letztgenannten Abtheilung und Claſſe noch verbliebenen 3 Schüler: 1) Dauber, Heinrich, von Köͤngernheim, 15 ¾ Jahre alt; 2) Lebrecht, Iſaak, von Bingen, 14 Jahre ali; 3) Wollinger, Leonhard, von Bingen, 15 Jahre alt, werden mit dem Schluſſe des Schuljahres nach Vollendung des ganzen Curſus entlaſſen. In Bezug auf die Reife kömmt einem derſelben die erſte, zweien die dritte Note zu. Die unter Nr. 1 und 2 aufgeführten Schüler gedenken ſich dem Handelsfache zu widmen; der unter Nr. 3 Genannte will ſich für Maſchinenbau ausbilden. Der unter Nr. 2 genannte Schüler will indeſſen die Schule als Repehtent noch fortbeſuchen. 14*

4. Chronik der Anſtalt.

Im Laufe des Schuljahres traten unter den geiſtlichen Mitgliedern des Lehrercollegiums, leider wieder mit Störung des geregelten Fortganges im Unterricht, mehrere Veränderungen ein.

Zunächſt wurde der katholiſche Religionslehrer, Herr Kaplan Joh. Jacobi, mitten im Unterricht abbe⸗ rufen und ſchied aus ſeinem ſeitherigen Wirkungskreiſe am 22. Auguſt 1866, um die Pfarrverwaltung in Viern⸗ heim anzutreten. Mitlehrer und Schüler ſahen ihn mit Bedauern ſcheiden; denn durch pädagogiſchen Tact, pünkt⸗ lichſte Erfüllung ſeiner Lehrerpflichten und aufrichtig collegiales Mitwirken zum Wohl der Anſtalt hatte er ſich die Anerkennung und Hochachtung der Erſteren, ſowie durch ſeine mit liebevoller Milde gepaarte Strenge die herzlichſte Anhänglichkeit der Letzteren während ſeiner dreijährigen hieſigen Wirkſamkeit erworben.

Für den Reſt des Sommerhalbjahres übernahm der ſeit dem 3. November 1865 als Lateinlehrer an der Anſtalt wirkende Herr Kaplan Dr. Franz Beringer den Religionsunterricht, der ſeit dem Beginn des Winter⸗ halbjahres von Herrn Kaplan Leonhard Herke ertheilt ward. Von dieſem liegen folgende biographiſchen No⸗ tizen vor: 3 Geboren zu Mainz am 25. März 1842, machte derſelbe ſeine Studien am Gymnaſium und Seminar da⸗ ſelbſt, wurde am 31. Oktober 1864 zum Prieſter geweiht, am 9. November desſelben Jahres auf die neu fundirte dritte Kaplaneiſtelle in Bingen verſetzt, am 19. April 1866 zum Kaplan in St. Emmeran in Mainz und zum Vice⸗ präſes des dortigen Geſellenvereins ernannt, mußte jedoch in Folge einer Augenkrankheit ſeines Amtes enthoben werden und erhielt am 11. Oktober 1866 die erſte Kaplanei und die Stelle des Religionslehrers an der hieſigen Realſchule.

3 i5 Bereits im Oktober vorigen Jahres ſchied ſodann Herr Dr. Beringer in Folge einer ehrenvollen Be⸗ rufung zum Biſchöflichen Kaplan nach kaum einjähriger Wirkſamkeit aus ſeiner hieſigen Stellung. Auch ihm folgte die Achtung ſeiner Mitlehrer und die Liebe ſeiner Schüler in ſeinen neuen Wirkungskreis. Ueber ſeinen Nachfolger im Dienſte als Lateinlehrer an der Anſtalt, Herrn Kaplan Karl Jöſt, liegen folgende biographiſchen Notizen vor:

Geboren zu Unter⸗Schönmattenwag im Odenwald am 19. Februar 1842, machte derſelbe ſeine Gymna⸗ ſialſtudien zu Bensheim, trat am 1. November 1861 in das Prieſterſeminar zu Mainz ein, wurde am 1. Auguſt 1864 zum Prieſter geweiht, im September desſelben Jahres zum Kaplan in Gonſenheim bei Mainz und am 1. Mai 1866 zum dritten Kaplan in Bingen ernannt. Im September desſelben Jahrks wurde ihm die zweite Ka⸗ planei und zugleich die Stelle eines Lateinlehrers an der hieſigen Realſchule übertragen.

Am 2. April 1867 traten die Lehrer der Anſtalt zu einer Conferenz zuſammen, um über die eilfte und zwölfte Vergebung des von dem verſtorbenen Hrn. Karl Gräff I. geſtifteten Stipendiums zu berathen und zu beſchließen. Da nämlich im vorigen Jahre, nach ſorgfältiger Prüfung der Cenſurliſte, kein allen Anforderungen entſprechender Schüler aufzufinden war, ſo wurde damals die Vergebung des Stipendiums auf das nächſte Jahr verſchoben und die Lehrerconferenz hatte alſo dermalen über die Vergebung von zwei Preiſen zu beſchließen. In der laut Beſtimmung des Stifters in erſter Linie zu berückſichtigenden unteren Abtheilung der erſten Claſſe wurde der Israelite Jakob Hecht von Bingen als der Einzige ermittelt, welcher den in der Schenkungsurkunde feſtgeſetzten Bedingungen zur Erlangung des Gräff'ſchen Stipendiums vollkommen genügte. Zur Vergebung des zweiten Preiſes mußte daher in die nächſt vorhergehende Abtheilung und Claſſe zurückgegriffen werden, und hier wurde der Katholik Heinrich Urbach von Bingen, Schüler der oberen Abtheilung der zweiten Claſſe, als allen Anfor⸗ derungen entſprechend befunden. Da nun im Schuljahre 1864/65 das Stipendium an einen Israeliten vergeben worden war, ſo war, wegen der vom Stifter vorgeſchriebenen Abwechſelung in der Berückſichtigung der verſchiede⸗ nen Confeſſionen, das Stipendium für 1865/66 einem Katholiken zu verleihen. Demgemäß wurde von allen Leh⸗ rern der Anſtalt das Stipendium von 1865/66 dem Katholiken Heinrich Urbach, dasjenige für das Schuljahr 1866/67 aber dem Israeliten Jakob Hecht zuerkannt inhes me ine anerenee eee 1