I. Schulnachrichten. f. Die Lehre.
3 a. Darſtellung im Einzelnen.
Dritte oder Vorbereitungs-Cluſſe. Claſſenführer: Reallehrer Hillebrand. 1
A. Neligion. 1 I. Für die katholiſchen Schüler 2 Stunden wöchentlich, der Reihe nach bei den Kaplänen Joh. Jacobi, Dr. Beringer und Herke. 1. Katechismus: Beichtunterricht. Zweites Hauptſtück: Die Lehre von den Geboten, der Sünde und der Tugend. Drittes Hauptſtück: Die hl. Sakramente im Allgemeinen und die hl. Taufe insbeſondere. 2. Bibliſche Geſchichte nach Schuſter: Geſchichte des alten Teſtamentes und vom neuen das ver⸗ borgene Leben Jeſu.. II. Für die evangeliſchen Schüler 2 Stunden wöchentlich bei Pfarrer Hof. 1. Katechismus: Einleitung und I. bis IV. Hauptſtück der Glaubenslehre. 2. Bibliſche Geſchichte: Zahn'’s altteſtamentliche bibliſche Hiſtorien von§. 1 bis zum Tode des Königs Saul(§. 50.) III. Die israelitiſchen Schüler beſuchten den Religionsunterricht und Gottesdienſt ihrer Confeſſion. B. Sprachen.
Da Schüler von 8—40 Jahren für einen ſyſtematiſchen Unterricht in der Grammatik noch nicht reif ſind, ſo konnten ſie nur durch Abſtraction aus Beiſpielen auf die grammatiſchen Begriffe vorbereitet werden. 1. Dentſche Sprache, 6 Stunden wöchentlich bei Reallehrer Hillebrand, nach deſſen Elementar⸗ buch für die Mittelclaſſen der deutſchen Volksſchulen: Uebungen im ſchriftlichen und mündlichen Gedankenausdruck; den Stoff lieferte die Natur⸗ und Heimathskunde, da dieſe Fächer noch nicht getrennt behandelt wurden. Bei der Entwickelung der grammatiſchen Begriffe wurde die Terminologie der Wurſt'ſchen Sprachdenklehre be⸗ folgt.— Außer den in dem Leitfaden der Schüler aufgeführten Naturgegenſtänden wurden noch ausführlich nach vorgezeigten Exemplaren(bis zum 1. April) beſchrieben: der Pirol, der Ringelſpinner(Bombyx neustria) nach Nördlinger, der gemeine Oehrling(Forficula auricularis), der Seidenſchwanz, der Wiedehopf, der Steinkauz, der Auer⸗ hahn, das Birkhuhn, die Fiſchotter, der Dachs, der Seidelbaſt, theils nach Friderich, theils nach Rudolphi.
1. Untere Abtheilung: Uebungen in einfachen Sätzen. Bildung der Gegenwart, einfachen Vergangenheit und Zukunft der Zeitwörter; Bildung der Mehrzahl der Dingwörter; Betrach⸗ tung aller Satzerweiterungen, mit ſteter Vergleichung des Franzöſiſchen. Nach dem erſten Abſchnitt des ge⸗ nannten Elementarbuches.—
2. Obere Abtheilung: 1) die nämlichen Uebungen in Gemeinſchaft mit der unteren Abtheilung. — 2) Uebungen an zuſammengezogenen und zuſammengeſetzten Sätzen. Bildung der Gegenwart, Mitvergangenheit, einfachen Vergangenheit und Zukunft der Zeitwörter; Betrachtung der Wort⸗ folge mit ſteter Vergleichung des Franzöſiſchen. Nach dem zweiten Abſchnitt des genannten Elementarbuches.
2. Franzöſiſche Sprache, 4 Stunden wöchentlich bei Reallehrer Hillebrand.
1. Untere Abtheilung: Leſe⸗ und Sprachübungen nach Hillebrands Leitfaden, I. Curſus. Uebungen in einfachen Sätzen; das Prèsent, Passé indéfini und Futur der regelmäßigen Zeitwörter; dieſelben Zeitformen derjenigen unregelmäßigen Zeitwörter, deren Bedeutung in den Begriffskreis achtjähriger Knaben fällt; Bildung der Mehrzahl; Geſchlechtswandlung der Eigenſchaftswörter; Gebrauch der Beifürwörter.
2. Obere Abtheilung: 1) Dieſelben Uebungen in Gemeinſchaft mit der unteren Abtheilung.— 2) Sprach⸗ und Sprechübungen nach Hillebrandss Leitfaden, II. Curſus. Uebungen in einfachen und zuſam⸗ mengeſetzten Sätzen; Steigerung der Eigenſchaftswörter.— Naturgeſchichtliche Beſchreibungen.
C. Nechnen.
Aunicheuunzlehre der Zahlenverhältniſſe nach Peſtalozzi, 6 Stunden wöchentlich bei Reallehrer Hillebrand. 1. 1. Untere Abtheilung: Die Uebungen des zweiten Heftes des Peſtalozzi'ſchen Werkes. Außer⸗ dem die vier Grundrechnungen mit zweiſtelligen Zahlen..
2. Obere Abtheilung: 1) Die nämlichen Uebungen in Gemeinſchaft mit der unteren Abtheilung, aber mit Anwendung auf höhere Decaden(drei⸗, vier⸗ und mehrſtellige Zahlen).— 2) Die Uebungen des dritten


