Aufsatz 
Parerga Pindarica, quibus inter cetera continentur fragmenta, quaedam Cypriorum, Euripidis, Callimachi, Menaechmi Sicyonii e codd. Mss. restituta
Entstehung
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Die zweite sehr wesentliche Neuerung, welche ebenfalls nicht ohne Kampf erreicht wurde, war die seit Ostern 1876 durchgeführte Zusammenlegung aller obligatorischen Unterrichts- stunden auf den Morgen; siehe das vorjährige Programm, Seite 45. Wir können den damit im Sommer gemachten Versuch als vollständig gelungen bezeichnen. Lehrer und Schüler befanden sich wohl dabei, und man ist einig darüber, dass die 5., ja die 6. Stunde am Morgen immer noch frucht- barer ist, als dieselbe am Nachmittage. Ich selbst habe dreimal wöchentlich die Stunde von 12—1 gegeben, ohne irgendwelche Ermüdung oder Neigung zur Unaufmerksamkeit bei den Schülern zu be- merken. Diese wie auch die Lehrer haben in keinem Semester weniger wegen Krankheit versäumen müssen. Auch die Eltern sind, mit wenigen Ausnahmen, mit der neuen Anordnung des Stundenplans zufrieden: eine Anfrage bei denselben im August 1876 ergab, dass neun Zehntel von ihnen nicht nur mit der Wiederholung des Zusammenlegens im Sommer, sondern auch mit einer ähnlichen Ein- richtung für den Winter sich einverstanden erklärten. Darüber allerdings ging die Meinung der Eltern auseinander, ob lieber auch für den Winter sämmtliche Stunden auf den Vormittag verlegt— wobei ein Theil des facultativen Unterrichts hätte von 1 bis 2 Uhr angesetzt werden müssen— oder ob zwei Nachmittage hinzugenommen werden sollten; für jenes sprechen sich nur ½0, für dieses ¹½ 0 der Eltern aus. Wir entnahmen daraus, dass in den meisten Familien das Herbeiziehen der Stunde von 1— 2 zum Unterricht nicht erwünscht sei. Die Unmöglichkeit, die Forderung der Herren Pfarrer in Betreff des Confirmandenunterrichts ohne Hinzunahme der Nachmittage zu erfüllen, entschied die Frage, und so wurden für das Wintersemester die Stunden(mit Einschluss des facultativen Unterrichts) am Morgen von 8— 1, ausserdem aber an zwei Nachmittagen(Montag und Donnerstag) von 3— 5(6) gelegt.— Aus der ganzen Einrichtung ergab sich als nothwendige Folge:

1. Der Unterricht überhaupt musste auf das knappste Stundenmaass des Normal-Lehrplans zurückgeführt, das Griechische namentlich von 7 auf 6 Stunden wöchentlich beschränkt werden. Den Vorsprung, den unsre Anstalt seit lange vor manchen andern im Grie- chischen gehabt hat, hoffen wir dennoch nicht einzubüssen und geben jedenfalls damit nur einen geringen Vortheil gegen einen allgemeineren und grösseren auf.

2. Die Tbeilnahme an den Privatstudien(Studientag) in Prima wurde freiwillig. Dies widerstrebt weder dem Sinn der ganzen Einrichtung, noch hat es irgend welchen Nach- theil gebracht. Kein Primaner schloss sich aus oder verleidete dem Director die Sache durch unregelmässigeren Besuch, obwohl einer der sonst freien Nachmittage dazu benutzt werden musste. Die Ausdehnung dieser Privatstudien auf Secunda, welche zugleich ver- sucht wurde, bewührte sich weniger; es zeigte sich das Alter im Ganzen dafür als noch nicht reif.—

3. Der Separatunterricht für die Katholiken in Religion und Geschichte musste dabei zunächst unberücksichtigt bleiben, weil er Classencombinationen erfordert hätte, die am Morgen unmöglich waren; dennoch gelang es, den grösseren Theil dieses Unterrichts auch am Vormittag unterzubringen.

4. Drei Wochentage für den Confirmandenunterricht in allen Classen, von Secunda bis Quarta incl. von 11 Uhr an von allen wichtigen Lehrgegenständen freizumachen, war unmöglich; wir konnten dies nur für zwei Morgen(Montags und Donnerstags) thun, wie denn auch anderswo nicht an mehr als zwei Tagen diese Befreiung für den pfarr- amtlichen Religionsunterricht verlangt wird.