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Parallaxe die Planeten Merkur und Venus, von verſchiedenen Punkten der Erde aus geſehen, ver⸗ ſchiedene Oerter ein, und da die Planeten bei ihrem Vorübergange auf der Sonnenſcheibe Sehnen be⸗ ſchreiben, ſo ſind dieſe von verſchiedenen Punkten der Erde geſehen, nicht gleich lang; auch werden dieſe Planeten, von verſchiedenen Punkten auf der Erdoberfläche geſehen, nicht zu gleicher Zeit vor der Sonne ſichtbar werden und ebenſo wenig zu gleicher Zeit wieder verſchwinden. Das Sichtbarwerden vor der Sonnenſcheibe heißt aſtronomiſch der Eintritt, das Verſchwinden der Austritt, und da die Planeten Merkur und Venus als kleine Scheiben erſcheinen, ſo wird das Sichtbarwerden des erſten Randes der Planetenſcheibe der erſte oder äußere Eintritt, das des zweiten Randes oder der ganzen Planetenſcheibe der zweite oder innere Eintritt genannt und ebenſo beim Austritt.
Die genaue Kenntniß der Größe unſeres Sonnenſyſtems verdanken wir dem brittiſchen Aſtro⸗ nomen Edmund Halley(geb. 1656, geſt. 1724), der durch ſeine ſinnreiche Methode aus den Vorüber⸗ gängen der Venus vor der Sonnenſcheibe nachwies, wie man die Entfernung der Sonne von der Erde beſtimmen könne. Da bei dieſer Methode die Ein⸗ und Austritte auf der Sonnenſcheibe beobachtet werden, ſo wirkt auf die Zeit des Ein⸗ und Austritts nicht die Planetenparallaxe allein, ſondern auch die Sonnenparallaxe; denn wenn der Planet und die Sonne genau dieſelbe Parallaxe hätten, ſo könnte keine Verrückung vor der Sonnenſcheibe ſtattfinden. Bei der Verrückung wirkt nämlich nur die Differenz zwiſchen der Planeten⸗ und Sonnenparallaxe und da die Merkurparallaxre in der untern Conjunction nur 1 ⅜ mal größer iſt als die Sonnenparallaxe ſelbſt, ſo zeigt ſich in der Verrückung nur der Effect von zweidrittel der Sonnenparallaxe, während bei der untern Conjunction der Venus, weil dieſe der Erde 4 mal näher kommt als die Sonne, eine dem 3fachen Betrage der Sonnenparallaxe entſprechende Verrückung hervorgebracht wird. Da man nun die Venus von verſchiedenen Punkten der Erde auch auf verſchiedenen Punkten der Sonnenſcheibe bemerken muß, ſo wird man aus der Lage dieſer beobach⸗ teten Punkte auch die Sonnenparallaxe finden.
Stellt man ſich vor, A und B(Figur 5) ſeien zwei auf der Erde ſich diametral gegenüber⸗ ſtehende Punkte, A ſtehe ſenkrecht auf der Ebene der Erdbahn, V ſei der Mittelpunkt der als kleine ſchwarze Scheibe vor der Sonne ſich befindenden Venus und der Kreis um S die Sonnenſcheibe, ſo werden die beiden in A und B ſich befindenden Beobachter die Venus zur Zeit ihres Vorüberganges vor der Sonnenſcheibe nicht an derſelben Stelle ſehen; denn während der erſte Beobachter den Planet in a ſieht, erſcheint er dem andern in b. Die beiden Dreiecke ABV und abV. ſind einander ähnlich, mithin ſind die Verhältniſſe von ab: AB, aV: AV und VS:VE einander gleich, wenn E den Mittel⸗ punkt der Erde und S den der Sonne bezeichnet. Nun iſt es möglich, das Verhältniß der Entfernung der Venus von der Sonne und der Entfernung der Erde von der Sonne aus den Planetentafeln ge⸗ nau zu berechnen. Iſt dieſes Verhältniß 0,73: 1 alſo das Verhältniß von VE:ES gleich 0,27: 1 und das von VS:VE gleich 0,73: 0,27 oder 2,7: 1, ſo iſt auch das Verhaͤltniß von ab: AB gleich 2,7: 1. Kann man alſo den Winkel, unter dem die Entfernung ab von der Erde aus erſcheint, meſſen, ſo braucht man denſelben nur durch 2,7 zu dividiren, um die ſcheinbare Größe der Linie AB, von der Sonne aus geſehen, zu beſtimmen. Dieſer ſo gefundene Werth wird aber den ſcheinbaren Durchmeſſer der Erde, von der Sonne aus geſehen, angeben, deſſen Hälfte alsdann die geſuchte Sonnen⸗ parallaxe iſt. Den Winkel, unter welchem ab von der Erde aus erſcheint, beſtimmt man auf folgende Art: Der ſich in A befindende Beobachter ſieht den Planeten während der Dauer des Vorüberganges die Sehne od auf der Sonne zurücklegen oder ſich von e bis d bewegen; der in B ſieht daſſelbe in ef. Dieſe beiden Sehnen kann man als parallel der Erdbahn anſehen, es wird alſo die Linie ab, welche ſenkrecht auf der Erdbahn ſteht, die Entfernung der beiden Sehnen angeben. Kann man nun die Lage
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