Aufsatz 
Das Veilchen im Frühlingsmythus und seine Bedeutung. Eine mytologische Betrachtung
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Z. N.

Veranlaßt wurde dieſe kleine Arbeit durch einige hingeworfene Bemerkungen in dem Buche von Oſterwald,Homeriſche Forſchungen, I, Hermes⸗Odyſens. Je weiter ich die Sache ver⸗ folgte, deſto reichere Quellen eröffneten ſich für die Erklärung des Mythus, und ſo wurde eigentlich eine Abhandlung über den Frühlingsmythus daraus. Doch mochte ich dem Veilchen ſeine einmal bevorzugte Stellung an der Spitze nicht nehmen und gebe daher die weitere Ausführung in den Anmerkungen und einigen Ausläufen, worin freilich viel des Hypothetiſchen vorkommt. Der Kenner wird wohl die Benutzung mancher wichtigen Schriften vermiſſen, wird aber ein milderes Urtheil fällen, wenn er erfährt, daß ich an einem Orte ohne Literatur lebe, nur auf meine eignen Hilfsmittel angewieſen. So freundlich und zuvor⸗ kommend man mir auch die Benutzung der Univerſitätsbibliothek zu Gießen geſtattet hat, ſo mußte ich doch ſelbſt ſo auf vieles verzichten, was dem an Ort und Stelle Lebenden zugänglich iſt. Hätte ich nicht die erſte Anlage in meiner früheren Stellung als Gymnaſiallehrer zu Gießen vorbereitet, würde ich nicht einmal ſo weit gekommen ſein. Als die Arbeit ſchon abgeſchloſſen war, kam mir erſt Hartung's neueRelig. und Mythol. der Griechen, 2. Th. zu, ſo daß ich nur noch Einzelnes hier und da einſchieben konnte; erſt ganz neulich aber der 1. Theil. Viele überaus vortreffliche Winke hat Hartung in dieſem Buche für die Erklärung des Mythus gegeben, wenn ich auch mit ihm in Vielem nicht einverſtanden ſein kann nach dem Standpunct dieſer Unterſuchung. Uebrigens finden wir das Hervorheben desBun⸗ des in der Entwickelung der Religionen bei demſelben beſonders lobenswerth, vermiſſen aber die energiſche Conſequenz aus ſo vielen richtigen Geſichtspuncten des Verfaſſers gegenüber der ſ. g. heidniſchen Religion, faſt als ob derſelbe mit Pindar, aber nicht mit deſſen Aufrichtigkeit dächte,es fromme nicht, der lauteren Wahrheit Angeſicht entſchleiert zu ſchauen. Bei allem dem begrüßen wir das Buch als eine bedeutende That auf dem Gebiete wiſſenſchaftlicher Forſchung.