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Als sie in Nassau's Segensgefilde trat,
Die edle Fürstin, mild wie ein holder Stern, Wir hofften sie beglückt, als Gattin Lächelnd in Thränen der Mutterliebe.
Nun schallt vom Thurme, klagend von Berg zu Berg, Die Todtenglocke; schwer, wie in banger Nacht
Die blitzesschwang're Wetterwolke,
Senkt sich auf Nassau die dumpfe Trauer.
ELISABLTIHII.. Wie blutete AD0LPH'S Herz Im Trennungsschmerze, als sich Dein Geist entwand Der starren Hülle!— Ileisse Thränen Künden noch jetzt, was das wunde Herz fühlt,
Der zarten Rose gleich, die sich kaum erschloss
Der Morgenröthe und, wenn die Sonne steigt, Das matte Haupt zur Erde neiget, Welktest Du früh in der Jugend Morgen.
Das Schicksal schreitet, hoch in der Wolken Nacht Das Haupt verborgen, über die Erde hin;
Palläste beben, Hütten zittern
Vor dem gewaltigen Doten Gottes.
Doch der Allmächt'’ge, der die Gesehicke lenkt, Nicht muthlos lässt er sinken das Menschenherz; Und hinter dem Zerstörer wandelt, Mild' in dem Antlitz, des Trostes Engel.
An seiner Seite nahet der Glaube, der
Mit starkem Arme hebt den gebeugten Geist; An seiner Seite kommt die Hoffnung, Die zu den goldenen Sternen hinweis't,
Wo frei von ird'schem Leide der seel'ge Geist'
In Engelchören wallet und klar erschaut, Was hier nur dunkel vor dem Blicke Dämmert— des Wahren und Schönen Urbild.
ELISABETII, Dein Dildniss umschwebet uns;
Von Sternenhöhen blick'st Du verklärt herab Und sich'’st, was Du hier ausgesäet, Hlerrlich erblüähen und reich an Segen.


