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Die Trimeſtralcenſuren wurden in der im Programm 1859 S. 16, die Monatscenſuren in der im Programm 1860 S. 27 angegebenen Weiſe abgehalten. unns
In religiöskirchlicher Hinſicht iſt die im Programm 1859 S. 16, angegebene Uebung(in Bezug auf Kirchenbeſuch jeden Tag, Beicht und Kommunion alle 8 Wochen) beibehalten worden.
Das Geburtsfeſt Seiner Hoheit unſers allergnädigſten Herzogs und Herrn war wie jedes Jahr ein Feſt⸗ und Freudentag für das Seminar. Es wurde gefeiert durch Hochamt in der Pfarrkirche, Konzert im großen Saale des Seminars und geſellige Unterhal⸗ tung im ſ. g. Hilbertſchen Garten. Die Feſtrede des Seminarlehrers Müller handelte von der Treue der Deutſchen gegen ihre Obern, wies dann auf manche Abweichungen von dieſer Nationaltugend in der neueren Zeit hin, und ermahnte ſchließlich eindringend zur Wahrung und Nebung derſelben.
as Weihnachtskonzert am 20. Dez., deſſen Ertrag für arme Schulkinder der Stadt zur Chriſtbeſcherung beſtimmt wurde, war nach Auswahl und Ausführung der verſchiedenen Stücke recht gelungen, der Beſuch hätte mindeſtens des ſchönen Zweckes wegen zahlreicher ſein können.
Ein zweites Concert wurde am 13 März gegeben. Der Ertrag war zur Hälfte für arme Erſtcommunicanten der Stadt, zur Hälfte für die Blindenanſtalt zu Wiesbaden und die Taub⸗ ſtummenanſtalt zu Camberg beſtimmt. Auswahl und Vortrag der einzelnen Stücke fand allge⸗ meine Anerkennung bei dem recht zahlreichen Publicum.
Am 8. Septbr. 1863 hat Herr Geh. Regierungsrath v. Trapp eine Prüfung in der Landwirthſchaft(Garten⸗ und Obſtbau) abgehalten und Garten und Baumſchule des Seminars in Augenſchein genommen.
Eine wahre Wohlthat für unſere Anſtalt iſt es, daß durch Verfügung H. Landesregierung vom 15. Juli 1863 ad Num. Reg. 20. 423 der Turnunterricht durch einen beſondern Lehrer ge⸗ leitet wird. Mit der Leitung iſt vorläuſig H. Ad. Milbach von hier betraut worden.
Zur Feier des fünfzigjährigen Gedächtniſſes der Befreiungsſchlacht bei Leipzig veranſtaltete das Seminar am Vormittag im Konzert, welches ſich eines ſehr zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatte. Die Feſtrede des Direktors gab einen geſchichtlichen Rückblick auf jene denkwurdige Zeit und knüpfte daran einige Worte der Ermahnung zur Pflege einer echt deutſchen Geſinnung. Am Nachmittag nahm die Anſtalt an einem von der Bürgerſchaft der Stadt veranſtalteten öffentlichen Feſt Antheil.
Eine angenehme Erinnerung bleibt Lehrern und Schülern der 2. Juli 1863. Auf vorherge⸗ gangene Anfrage des Direktors und darauf erfolgte Einladung S. K. Hoheit des Durchlauch⸗ tigſten Herrn Erzherzogs Stephan, dieſes allbekannten Freundes der Schule, machten der Direktor und Seminarlehrer Meiſter mit allen Schülern der I. und 10. der II. Klaſſe einen Ausflug nach Schloß Schaumburg, wo Aufnahme und Bewirthung von Seiten S. K. Hoheit ſo freundlich freigebig waren, wie früher bei ähnlichen Veranlaſſungen. Einen beſonderen Reiz er⸗ hielt der ſchöne Tag noch dadurch, daß J. K. Hoheit die Durchlauchtigſte Frau Erzherzogin Marie, Gemahlin S. K. Hoheit des Durchlauchtigſten Herzogs von Brabant, auf Schloß Schaumburg anweſend waren und verſchiedene Geſänge der Seminariſten anzuhören und ſich ſehr anerkennend darüber auszuſprechen geruhten..
Die andern Schüler machten an dieſem Tage mit H. Lehrer Zirvas einen Ausflug nach
Ems und Naſſau. III. Statiſtik.
Die Geſammtzahl unſerer Zöglinge betrug am Anfang des Schuljahres 62. Von dieſen wohnten 1 aus der I., 19 aus der II. und 20 aus der III. Klaſſe im Internat. Aus der III. Klaſſe iſt Fridolin Geiß von Weilburg im Laufe des Schuljahres ausgetreten.
Für Vermehrung der Bibliothek und der verſchiedenen Sammlungen, Apparate und Mobiliargegenſtände waren anſehnliche Summen verwilligt, welche nach Bedürfniß verwendet wurden.—
In der Verwaltung der Bibliothek, der verſchiedenen Sammlungen und der Internats⸗ ökonomie iſt keine Veränderung eingetreten.


