IV. Zur Ohronilz des Gymnasiums.
Am 8. September 1881 starb nach kurzem Krankenlager unerwartet der Direktor des Gymnasiums, Herr Dr. Rudolf Löhbach. Zu Ostern 1874 als Leiter der Anstalt berufen, hat der Verewigte durch seine treff- lichen Eigenschaften des Geistes und Herzens, sein reiches und vielseitiges Wissen, sein unermüdliches Streben und seine rastlose Thätigkeit, sowie durch seine wohlwollende Humanität sich in den Herzen der Lehrer und Schüler ein dauerndes Andenken gegründet. Bei der Beerdigung, die am 10. September in Nieder-Hammerstein stattfand, beteiligte sich eine grosse Anzahl von Lehrern, Schülern und Freunden, deren Gefühlen Herr Pfarrer Büttel im Namen des Lehrerkollegiums am Grabe beredten und tief ergreifenden Ausdruck verlieh.
Durch Ministerial-Verfügung vom 10. September wurde Herr Lehrer Petrus aus Hirzenhain an die Vor- schule berufen.
Das Schuljahr 1881/82 wurde am 19. September eröffnet.
Mit Beginn des Schuljahres wurde in der Vorschule eine vierte Klasse eingerichtet.
Am 22. September trat Herr Weyell aus Hamm, Kreis Worms, den vorschriftsmässigen Access an.
Herr Gymnasiallehrer Dr. Drescher musste wegen andauernden Unwohlseins für das Wintersemester beur- laubt werden. Zu seiner Vertretung wurde durch Verfügung vom 7. September 1881 Herr Accessist Volger aus Darmstadt berufen; durch Verfügung vom 11. April wurde derselbe mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule zu Offenbach betraut.
Herr Obenauer leistete, nachdem er Herbst 1881 den Access beendet hatte, während des Wintersemesters Aushülfe. Zu Ostern wurde ihm durch Verfügung vom 14. April die Verwaltung einer Lehrerstelle an dem Gym- nasium zu Bensheim übertragen.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 23. November war der Unterzeichnete, vorher Direktor des katholischen Gymnasiums zu Glogau, zum Direktor des Gymnasiums ernannt worden. Derselbe wurde am 24. April durch den Herrn Geheimen Oberschulrat Becker in sein neues Amt eingeführt; bis dahin hatte Herr Prof. Dr. Stigell die Direktionsgeschäfte mit gewissenhafter Treue versehen.
Mit Beginn des Sommersemesters wurde eine Oster-Obersekunda und eine fünfte Klasse an der Vorschule eingerichtet; an die letztere wurden durch Verfügung vom 19. April die Herren Schulverwalter Kempf zu Bü- dingen und Schulamtsaspirant Backes zu Ober-Eschbach berufen.
Herr Rudershausen, der zu Ostern den Access beendet hatte, verblieb während des Sommersemesters an dem Gymnasium zur Aushülfe.
Die bei dem Gymnasium übliche Gedenkfeier zur Erinnerung an die glorreichen Ereignisse von 1870 und 1871 wurde am 10. Mai in dem seitens der städtischen Verwaltung bereitwilligst eingeräumten Akademiesaal abgehalten.
Herr Dr. Schaum war vom 31. Juli ab zu einer militärischen Dienstleistung einberufen.


