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seinen Vorläufer erblicken: Von Baalbek führt der Weg nach San Clemente in Rom.
Auch die Lustrationsbecken zu beiden Seiten des grossen Altars bilden ein Glied in der Fortentwickelung alter Bräuche. In allen Kulten findet sich seit ältesten Zeiten die symbolische Reinigung vom Sündhaften durch das Abspülen des Unreinen mit Wasser. Vor den griechischen Tempeln standen Weihwassergefässe (εοισοσνιπτιιαά)⸗ zur Besprengung. In den grossen Bassins von Baalbek finden wir aber bereits eine Annäherung an die grossen Becken im Atrium der Basilika. Und das Schicksal hat es gewollt, dass die südliche von den beiden Piscinen, in byzantinischer Zeit um- gebaut, auch den sakralen Zwecken einer späteren Periode von neuem dienstbar werden sollte.
Schneidender Nordwind fegt durch das Tal und verscheucht den letzten Besucher der Tempelstätte von seiner luftigen Warte. Dämmerung kennt der Süden nicht, und in der Dunkelheit kehre ich in das etwas frostige Heim zurück. Um so früher bin ich am nächsten Morgen wieder zur Stelle. Aber der türkische Wächter, der sich so behaglich tagsüber beschaulichem Sinnen, dem Kef, in seiner Wärterbude hingibt, war zu so früher Stunde noch nicht erschienen, und dem Diebe gleich musste ich durch Ubersteigen den Eintritt in das alte Heiligtum zu gewinnen suchen. Durch den Südgang im Souterrain des Altarhofs kam ich zu dem trümmererfüllten Raum zwischen den beiden Tempeln.
Heute gilt mein Besuch dem kleineren Bau. Wie sein grösserer Nachbar schaut er von Osten nach Westen. Einen Tempelvor- hof gibt es hier nicht, und die Freitreppe leitet unmittelbar zu dem 4,75 m hohen Unterbau empor. Es ist ein peristyler Prostylos, bei dem sich zwischen Ante und Säulenumgang, um einen tieferen Vorraum zu gewinnen, noch eine weitere Säule einschiebt. Der Mantel wird auf den Schmalseiten von 8, auf den Längsseiten von 15 Säulen gebildet. Mit dem zugehörigen Gebälk erreichen diese eine Höhe von 16 m. Die Nordseite ist mit ihren 9 mächtigen Granitsäulen noch ziemlich wohl erhalten, während es im Westen schon übeler aussieht, wo durch das Ausfallen einer und das Abbrechen von 4 anderen Säulen eine weitere Lücke im Umgang klafft. Im Verein mit der wohl erhaltenen Cellawand lässt sich jedoch immer noch ein gutes Bild vom einstigen Zustand gewinnen. Wie die nördliche Säulenreihe, verfehlt auch die Südostecke ihren Eindruck nicht, da dort 5 Säulen vom Umgang sowie die Ante des Pronaos und die zwischen dieser und der äusseren Säulenreihe eingeschobene


