Aufsatz 
Die Elemente der Geometrie
Entstehung
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Die Kümmelſilje(Selinum Carvifolia) bitte ich zu ſtreichen; ſie kommt zwar um Gießen(z. B. hinter dem Philoſophenwald) gewöhnlich vor, ſcheint aber nach meinen Beobachtungen im verfloſſenen Sommer, um Worms zu fehlen. Dagegen iſt von Doldenpflanzen neben Haarſtrang(Peucedanum off.) auf den Wormſer Wieſen noch der Wieſenſilau(Silaus pratensis) hervorzuheben und kommt Bärenklau(Heracleum Sphondylium), wenn auch ſelten, vor. Für die von mir augeführte Dolden⸗ pflanze Roßkümmel(Siler trilobum) muß die ihr ähnliche Bruſtwurz(Angelica silvestris), die hier in Gebüſchen vorkommt, geſetzt werden. Der in Oberheſſen höchſt gewöhnliche Geisfuß(Aegopodium Podagraria) gehört hier zu den ungewöhnlichen Doldenpflanzen.

Die Peſtwurz(Petasites communis) habe ich den vorigen Sommer unmittelbar hinter der Marten⸗ ſtein'ſchen Mühle am Eisbachufer in Menge beiſammen vorgefunden.

Von Chenopodeen iſt noch Chen. urbicum, an Mauern z. B. den Eisbach entlang, nachzutragen.

Nuphar pumilum(Nymphaca p.) fehlt; meine deßfallſige Angabe beruht auf ungenauer Beo⸗ bachtung und Verwechslung der wielfach an Nyphis heughenfen Gentianee Limnanthemum nym- phoides(Villarsia n. bei Schnittſpahn). Der giftige aſſerhahnenfuß(Ranunculus sceleratus) fand ſich im vorigen Jahr z. B. in dem 2 auergraben hinter Marienmünſter, ſowie im Gießenbett. Auch findet ſich die großblümige Nanunkelatt(R. Lingua) hie und da auf den Wormſer Wieſen vor.

Die Brunnenkreſſe(Nasturtium off.) kommt hier nicht vor; hei näherer Unterſuchung ſtellte ſich in dem Feldgraben unfern Marienmünſter die dafür gehaltene Crucifere als Cardamind; amära heraus.

Auf den Wormſer Wieſen zeigt ſich in Menge Galium Wirtgenii F. Schultz(G. verum aut.); das eigentliche G. verum findet ſich um Worms nut hie und da zerſtreut an Rainen und Wegböſchun⸗ gen. Hr. Dr. Schultz⸗Bipontinus von Deidesheim machte mich, gelegentlich eines Beſuchs hier zur Einſammlung der von mir angegebenen Pilosella pratensis, mündlich auf die Unterſcheidung dieſer beiden gewöhnlich vermengten Species aufmerkſam, wie auch auf die deßfallſige drüternzs ſünes Bruders Dr. F. W. Schultz in dem 16. und 17. Jahresber. der Pollichia, 1857. n 3

An dem linken Ufer des unteren Gießens fand ſich nach Hrn. Reuling in früheren Jahrem das s Gnadenkräutchen(Gratiola off.), das aber im vorigen Jahr verſchwunden war. Im Gießenbett war im vorigen Jahr auch Cladium Mariscus vielfach zu finden. Am Gießenufer längs der Kieſels⸗ wieſe, auch auf demgeſchloſſenen Wörth und andern kahlen Wieſenflächen fand ſich im vorigen Vorſommer maſſenhaft das dem Feldſalat(Nißchen) verwandte Valerianella Auricula D. C.

Unter Diplotaxis tenuifolia gemiſcht kommt in hieſiger Gegend auch D. muralis ganz gewöhnlicht vor. Der von Garcke für erſtere Art angegebene Unterſchiedtenuifolia, Schote über der verdickten⸗ Spitze des Blüthenſtielchens noch einmal kies geſielte iſ in ſo fern nicht zütreffend, als dieſes Merkmal ſich auch bei muralis findet. 5

Von Stichlingen(Gasterosteus)(ſeit der Februarftuth von 1862 aus den Gießen und deſſen Nebenwaſſern verſchwunden) wurde im April 1865 das erſte Exemplar wieder im Gießen gefangen. In den Lachen oberhalb des Hafens wurden, auf Steinen feſtgewachſen, von Hrn. F redd in W. zufällig Exemplare der in neueren Zeiten durch Schiffe eingeſchleppten intereſſanten kleinen Miesmuſchel (Mytilus s. Dreissena polymorpha) gefunden und dieſe Muſcheln von mir in Gemeinſchaft mit Ge⸗ nanntem im Spätherbſt in großerer Anzahl und in allen Größen längs den Steindamm vor jenen Lachen unter Umſtänden eingeſammelt, die uns denulhen: laſſen daß dieſe Mubzin begierig von Reihein ufg⸗ſuchtem werden.