Die Anfänge des Aufjabes reichen in die neunziger Jahre zurüd. 63 war die Zeit, wo der Naturalismus das höchite Anfehen genoß. Damals bejchäftigte fich der Verfaffer mit dem Gedanken darzuftellen, iwie Goethe und Schiller fich zu diefer Richtung verhielten. Angeregt wurde er dazır bejonders durch Veit Valentin, dann durch Sentich, Leo Berg, deren Schriften im nachfolgenden erwähnt werden. Daß die laffifer auf dem Gipfel ihrer Tätigkeit keine Naturaliften waren, it far. Deshalb kam e3 ihm hauptfächlich darauf an ihre frühere Stelingnahme darzulegen. Urfprünglich war eine weitere Faflung de3 Themas geplant. 3 follten die großen Nealiften in der erften Hälfte des vorigen Jahrhunderts, zumal Hebbel und Otto Ludwig, berücichtigt und fo die Auffaffung der führenden Geifter bis zu der Richtung gefchildert werden, wogegen fich die Naturaliften erhoben.
Somit fommt die Arbeit eigentlich zu fpät und ift auch nicht volfitändig. Aber ift der Naturalismus tatfächlich befeitigt? Feiert er nicht fort umd fort neue„Triumphe“? Und geht damit nicht die Verderbnid und Verrohung de3 Gejchmades Hand in Hand? Aus diejen Gründen ift e8 nicht unzeitgemäß, wenn der vorliegende Aufjat feines bejcheidenen Teiles vor diefer Gefahr der Entartung warnt und immer wieder auf die Tatfache hinweift, daß der Naturalismus in feiner VBerirrung eine Kıumft für Kranke, nicht fir Gefunde tft, daß die Stlaffiter hierin gegen alle Ginwände recht behalten.


