II. Chronik der Anstalt.
A. Veränderungen in der Zusammensetzung des Lehrerkollegiums:
Der Kandidat Schneider schied zu Ostern 1882 aus dem Kollegium, um eine Hilfslehrerstelle am Gymnasium in Lübeck zu übernehmen. Dagegen setzten die Kandidaten Werle und Dr. Hofmann ihr am 28. Juli bezw. am 19. September 1881 begonnenes Probejahr fort.— Da infolge der Durchführung der revidierten Lehrpläne die mathematischen und naturwissenschaftlichen Lektionen mit dem Beginne des abgelaufenen Schuljahres vermehrt werden mufsten, so war es notwendig, fůr diese Unterrichtsgegenstände noch einen weiteren Hilfslehrer heranzuziehen, umsomehr als der Kandidat Klau, der in den mathematischen Disciplinen bereits im Schuljahre 1881/82 Aushilfe geleistet hatte, am 1. April v. J. zum Militärdienste eingezogen wurde. Die neue(dritte) Hilfslehrerstelle, deren Errichtung der Herr Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten am 4. Juli 1882 genehmigte, erhielt der Kandidat Karl Oppermann aus Wehen, dessen an der hiesigen Realschule absolviertes Probejahr grade beendigt war. In die seit der definitiven Anstellung des Gymnasiallehrers Dr. Thomae vakante erste Hilfslehrerstelle rückte der bisherige zweite Hilfslehrer Spamer auf, welcher nach Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom Unterzeichneten am 19. Mai 1882 vereidigt wurde. Als zweiter Hilfslehrer fungierte von Ostern v. J. ab Kandidat Sauerborn, der von Herbst 1880 bis 1881 an der Anstalt das Probejahr abgeleistet hatte.
Durch Verfügung vom 30. Juni bezw. vom 4. August v. J. überwies das Provinzial-Schulkollegium die Kandidaten Ernst Seipp aus Wiesbaden und Adolf Schellenberg aus Marburg dem Gymnasium zur Ablegung des Probejahres. Der Gesundheitszustand der Lehrer war in dem abgelaufenen Jahre im allgemeinen ein recht befriedigender. Doch war leider einer der Kollegen, der Gymnasiallehrer Rauch eines Lungenleidens wegen genötigt, vom 17. Juli bis zum Schlusse des Sommersemesters und dann auch für den ganzen Winter Urlaub nachzusuchen. Derselbe begab sich zu seiner Wiederherstellung nach Davos in der Schweiz. Wir wünschen und hoffen, dals ihm die Kur dort volle Genesung gebracht hat und er zum Beginn des neuen Schuljahres mit der früheren Frische und Kraft sein Amt wieder übernehmen wird. Mit seiner Vertretung war im Wintersemester der Kandidat Werle beauftragt.
Noch ein zweiter Lehrer mufste während des ganzen Winters vertreten werden. Dem Gymnasial- lehrer Dr. Lohr wurde nämlich auf sein Gesuch vom Herrn Minister unter dem 15. August ein halbjähriger Urlaub zum Zwecke einer Studienreise nach Italien und Griechenland gewährt. Die lateinischen, deutschen und geographischen Lektionen in IV Cötus B. und das Ordinariat dieser Klasse übernahm für ihn der Kandidat Dr. Hofmann; den erangelischen Religionsunterricht in Ib, IIIb und IV. B. erteilten der Gymnasiallehrer Dr. Spiefs und Flementarlehrer Schmitt. Die Religionsstunden in IIb, C. B., welche nicht unterzubringen waren, erklärte sich Herr Dr. Krebs, ordentlicher Lehrer am hiesigen Realgymnasium, freundlichst bereit zu geben. Die Anstalt ist ihm für die geleistete Aushilfe zu bestem Dank verpflichtet.
B. Sonstige Ereignisse aus der Geschichte der Anstalt.
1) Am Montag den 17. April 1882 fand die Aufnahmeprüfung der neu eintretenden Schüler statt. Tags darauf wurde das Schuljahr mit einem Aktus in der Aula des Gymnasiums feierlich eröffnet.
2) Am 21. April verlor die Anstalt durch den Tod einen hoffnungsvollen Schüler, den Quartaner Wilhelm Bischof aus Wiesbaden. Da eine Beteiligung des ganzen Gymnasiums bei der Bestattung von der Familie nicht gewünscht wurde, so gaben dem Verblichenen nur seine Klassenkameraden unter der Führung des Direktors und des Ordinarius am 24. April das Geleit zur Ruhestätte.— Mit nicht minder schmerzlicher Teilnahme erfüllte uns das Abscheiden eines braven und strebsamen Schülers der Untertertia,
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