15
Daran ſchloß ſich das Collegium der ſchönen Künſte mit Lehrſtühlen für: 1) Architettura. 2) Scultura. 3) Pittura. 4) Disegno.
Die Univerſität Palermo zählte 1845(cf. Neigebaur, Sicilien, p. 235) in der Theologie 20, der Jurisprudenz 393, der Medicin 176, der Philoſophie 94, der Architectur 51, der Pharmacie 61, der Zeichenkunſt 61 Studierende, und dieſes Verhältniß war auch 1855 im Allgemeinen noch daſſelbe. Durchſchnittlich zählte die Univerſität Palermo 850 Studierende. Die Zahl der Theologie Studierenden iſt verhältnißmäßig ſo gering, weil die meiſten Geiſt⸗ lichen in den biſchöflichen Seminarien gebildet werden. Nicht blos in den Univerſitäten Siciliens, ſondern auch in der Sapienza zu Rom zeigte ſich daſſelbe Verhältniß. Im Jahre 1855 waren dort unter circa 900 Studierenden 12 Theologen, 361 Juriſten, 147 Mediciner, 199 Philoſophie ꝛc. Studierende, 49 Chirurgen ꝛc.
Mit der Univerſität verbunden iſt ein Muſeum der Sculpturen, in welchem höchſt werthvolle Alterthümer aus Selinunt ſich be⸗ finden, altgriechiſche Basreliefs, welche mythiſche Scenen darſtellen, Hercules mit den Cercopen, Perſeus und Meduſa(aus sec. VI. a. Chr.); aus sec. V. a. Chr. Metopen mit Darſtellungen des Gigantenkampfes, Diana und Actäon, Jupiter und Semele, Her⸗ cules und Pentheſilea, ein ſitzender Jupiter aus Solunt, ein Aesculap aus Girgenti, Marc. Aurel, Trajan und andere Statuen aus der römiſchen Kaiſerzeit, viele merkwürdige Architecturfrag⸗ mente ꝛc.
Daran reiht ſich eine Sammlung von Vaſen aus Girgenti, einige koſtbare Stücke und Schmuckſachen, namentlich eine ſehr ſchöne Broncegruppe aus Pompeji, der Univerſität vom Könige geſchenkt. Ferner eine Gemäldegallerie mit circa 200 Bildern, darunter Stücke von Correggio, Spagnoletto, Roſa di Tivoli, Monrealeſe, van Dyk; ferner eine Münzſammlung, eine Samm⸗ lung von Foſſilen, ein anatomiſches Kabinet(ſehr dürftig, an


