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reiche„welsche“ Familien seßhaft gemacht hatten. Eine im Jahre 1579 befohlene Haus- suchung hatte, wie im Rat am 4. Aug. vorgetragen wurde, ergeben, daß„die frembden Welschen alhie 388 hausgesefsen, darunter 136, so nit Burger, sambt den Witwen, seien“. Schon am 20. November 1578 war ihnen erlaubt worden, die städtische„Policey-Ordnung In Ir französisch Sprach bringen“ zu lassen. Auch war die Anstellung eines welschen Praedikanten im Werk.
Unter solchen Umständen meinte die lutherische Geistlichkeit besonders auf ihrer Hut sein zu müssen. Sie sann auf Mittel, ihrer Gemeinde die reine Lehre zu erhalten. Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Darum wendet sie sich, da sie allein keine Macht über die Schule hat, bereits am 21. Mai 1579 an den Rat um Hilfe mit einer Denkschrift über die Reform des katechetischen Jugend-Unterrichtes und die Verbesserung des Kirchengesangs „zu den Barfüfsern“ bei den„in der Woche“ abzuhaltenden Gottesdiensten, bei denen zur Unterstützung der Vorsänger die„Armenschüler“ des Gymnasiums mitwirken könnten. Geplant wurde vor allem eine gemeinsame Katechismuslektion aller Frankfurter„lateinischen“ und „teutschen“ Schüler, die unter Assistenz der„Schulmeister“ jeden Sonntag Nachmittag von 2 bis 3 Uhr zu„S. Kathrein“ von den Praedikanten geleitet werden soll.*) Am 4. Juni billigt der Rat nach dem Referate der Scholarchen die Grundsätze des Gutachtens und beschließt, den„fürschlag In das Werk zu richten“. Im Auszug mag das für die Entwickelung des Kirchendienstes der Schule wichtige Schriftstückh hier wiedergegeben werden:
Auszug aus:
Der Herren Praedicanten Bedencken, wie der Catechismus und der Gesang zun Barfüßern in beßere Ordennung zu bringen sey. Lect. Donnerstag d. 21. Maji Anno 1579.4¹)
—--——— Erstlich, dieweil einem jeden Christen kunt und offenbahr ist, welch ein nützlich und nothwendig Ding es sey, umb den Heilig(en) Catechismum und führnehmlich, daß derselbig nicht allein ingemein in der Predigt, neben anderer heiligen Schrifft fleißig erklärt, sondern auch mit der lieben herwachsenden Jugend, so noch unerfahren, ufs allertreulichst und fleißigst durch Frag und Antwort getrieben werde. Dann gleichwie ein Bau, der die Läng bestehen soll, für allen Dingen mit einem guten Fundament und Grund muß versehen seyn, sonst wäre alle Kunst und Arbeit verlohren: Also auch, wo einer, so ein Christ seyn will, die Hauptstück des Catechismi in der Jugend nicht fleißig lernt und ihm gemein machet, ist es nicht wol müglich, daß er beständig pleibe in der Anfechtung, noch daß er von allerley Wind der Lehr und sonderlich von den Geschwinden, listigen Irrgeistern dieser letzten Zeit, sich nicht bewegen, und umbstoßen laße. Daher auch Gott der Herr selber den Israeliten, seinem ersten Volck, ernstlich gebotten hat, sein Wort und Gebot ihrer Jugend fleißig einzubilden und zu schärffen, Deuteronomii 6. Cap.———————— Darnach, obwol bißhero, wie wißentlich, die Kinderlehr in unsern Kirchen fleißig, nach Gelegenheit, gehalten ist worden: So erfahren wir doch und sehens täglich mit Schmertzen, daß leider wenig Jugend zu derßelbigen UÜbung kommet, sonderlich zu den Barfüßern. Dann die Eltern halten sie nicht darzu. Daher auch die Schulmeister destoweniger Ernst brauchen, die Kinder dahin zu führen.
*—) B. B. u. R. P. v. 21. Mai 1579.
³1) St. A. Act. d. Relig. u. Kirchenwesen betr. IV.
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