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Den Communionunterricht für die katholiſchen Schüler ertheilte der Herr Pfarrer Hart⸗
mann, den Confirmandenunterricht für die evangeliſchen daß dieſe Schüler an dem für die Elementarſchüler ihrer Confeſſion ange⸗
berg, in der Weiſe,
Schüler der Herr Pfarrer Schellen⸗
ordneten Unterrichte theilnahmen.— Von dem Unterrichte in der griechiſchen Sprache waren
2 Schüler dispenſirt.
— An dem Unterrichte im Hebräiſchen betheiligten ſich in der oberen
Abtheilung 19, in der unteren Abtheilung 15 Schüler.— An dem Unterrichte im Engliſchen
nahmen im Sommerſemeſter
20, im Winterſemeſter 16 Schüler theil; an dem für die Schüler
der oberen Claſſen beſonders eingerichteten Privatunterrichte im Zeichnen im Sommerſemeſter
11, im Winterſemeſter 9 Schüler.
2. Ueberſicht der behandelten Lehrgegenſtände.
A. Sprachunterricht.
1. Deutſche Sprache.
VII. Cl. Das Wichtigſte aus der Laut⸗, Silben⸗ und Wortlehre. Leſen und Erklären ausgewählter Stücke aus Bone's Leſeb. I. Orthographiſche Uebungen. Me⸗ moriren und freies Vortragen leichter Gedichte. Kleine Aufſätze. 4 St. Hilfslehrer Decku.
VI. Cl. Die Elemente der Satzlehre. Leſen und Er⸗ klären ausgewählter proſaiſcher und poetiſcher Leſeſtücke in Bone’s Leſeb. I. Orthographiſche Uebungen; kleine Auf⸗
ſätze. Declamation. 3 St. Conrector Dr. Deutſchmann. v. Cl. Die Lehre vom einfachen Satze. Leſen und
Erklären proſaiſcher und poetiſcher Muſterſtücke in Bone's Leſeb. I. Aufſätze. Declamationsübungen: 2 St. Conrector Colombel. IV. Cl. Wiederholung einzelner Theile der Etymologie und der Lehre vom einfachen und zuſammengeſetzten Satze; Leſen und Erklären proſaiſcher und poetiſcher Stücke aus Pütz Leſeb.; Aufſätze; Uebungen im Declamiren. 2 St. Bis Mitte Auguſt Collaborator Hetel, dann Prof. Bellinger.
III. Cl. Wiederholung des zuſammengeſetzten Satzes und der Periode; Figuren und Tropen. Leſen und Er⸗ klären proſaiſcher und poetiſcher Stücke aus Pütz Leſeb. Aufertigung von Dispoſitionen; Aufſätze; Declamation. 2 St. Regens Walter.
II b. Cl. Wiederholung einzelner grammatiſcher Re⸗ geln; das Wichtigſte aus der Proſodie, Metrik und dem Reim; die Hauptdichtungsarten; Figuren und Tropen, uach dem Anhange in Kehrein's Leſeb. II. Aufſätze; Declamation. 2 St. Bis Mitte Auguſt Colombel,
dann Bellinger.
II a. Cl. Rhetorik. Erklärung größerer epiſcher Stücke in Kehrein’'s Leſeb. II. Im Winter der„Cid“ von Herder. Declamation und freie Vorträge. Aufſätze und Dispoſitionsübungen. 2 St. Prof. Meiſter.
I. Cl. Literaturgeſchichte von 1525 bis auf die Neu⸗ zeit. Lectüre: Schiller's Tell, Leſſing's Emilie Galotti und Göthe's Iphigenie. Freie Vorträge. Aufſätze*) und Dispoſitionen. 3 St. Derſelbe.
2. Franzöſiſche Sprache.
V. Cl. Vorbereitender Curs nach dem eigenen Elemen⸗ tarbuche bis zum achten Abſchnitte: Leſen. Declination, regelmäßige Conjugation; einfache Sätze über die Haupt⸗ regeln der Syntar; Vocabellernen; Anfang der Lectüre und der Exercitien. 4 St.
Außerord. Profeſſor Barbieur.
IV. Cl. Beendigung des Elementarbuches; Grammaiik nach Müller's erſtem Curs bis zum Adverb. Lectüre: ausgewählte Stücke aus Schütz kleinem Leſebuch; Me⸗ moriren; Exereitien. 3 St. Barbieux.
III. Cl. Wiederholung der unregelmäßigen Verben; Gebrauch der Caſus; Stellung der Adjektiven; die Lehre von den Pronominen nach Müller’s Grammatik mit Ueberſetzung der entſprechenden Beiſpiele in Müller Aufgaben. Lectüre: ausgewählte Stücke aus Schüh Leſeb. Memorirübungen; Exercitien. 3 St.
Im Sommer Barbienx. Im Winter Walter.
*) Themata: Welchen Einfluß hat das Reiſen auf unſere äußere und innere Bildung?— Wo viel Freiheit i*ſt, da iſt viel Irrthum.— Weltmann und Weltmenſch.— Tell und Joh. Parricida.— Eines ſchickt ſich nicht für alle, Sehe jeder wie er's treibe, Sehe jeder wo er bleibe, Und wer ſteht, daß er nicht falle. Der Edle bald, der Eitle ſelten lernt die kluge Herrſchaft über Zung und Lippe. — 1,os r, rodr' I9, zar ue*ᷣurno det.— Ueber die franzöſiſche Revolution als Hintergrund in„Hermann und Dorothea“ von Göthe.— Charakterſchilderung Her⸗ mann'’s in demſelben Gedichte.— Meer und Wüſte(eine Parallele).— Gertrud und Hedwig in Schiller's„Tell“ (eine Parallele).— Wer nichts für andere thut, thut nichts für ſich.— Swer deheinen schaden vertragen kan, da wacchst dicke schaden van.— Das Leben bietet uns der Güter viele, die meiſten Uebel ſchafft der Menſch ſich ſelbſt.


